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Was macht Jesu Auferstehung mit uns? Das zeigt sich im täglichen Leben, wenn wir müde und auf der Sucher sind, sagt Barbara Kockmann.
Wieder zurück im Alltag – genau so beginnt das Evangelium dieses Sonntags. Nach all den intensiven, erschütternden und zugleich hoffnungsvollen Tagen von Leiden, Tod und Auferstehung stehen die Jünger wieder dort, wo sie schon immer standen: am See von Tiberias. Keine große Szene, kein feierlicher Moment. Einfach Alltag. Arbeit. Routine. Fast wirkt es irritierend: Ostern ist passiert – und trotzdem greifen sie wieder zu Netzen und Booten. Sie tun das, was sie gelernt haben.
Vielleicht auch, weil sie nicht wissen, was sonst jetzt dran wäre. Vielleicht, weil das Leben weitergehen muss. Wie so oft im wirklichen Leben läuft es nicht glatt. Die ganze Nacht haben sie gearbeitet. Ohne Erfolg. Leere Netze. Müde Gesichter. Enttäuschung. Man kennt diese Tage: Man tut, was man kann – und trotzdem bleibt das Gefühl, dass nichts gelingt. Dass die Mühe sich nicht lohnt. Dass etwas fehlt. Genau in diese Situation hinein tritt Jesus. Nicht spektakulär, von oben herab. Er steht am Ufer. Fast unauffällig. Die Jünger erkennen ihn zunächst nicht einmal.
Kein Vorwurf
Die Lesungen vom 3. Sonntag der Osterzeit / Lesejahr A zum Hören finden Sie hier.
Jesus fragt nicht: Warum glaubt ihr immer noch nicht? Er fragt auch nicht: Habt ihr endlich verstanden, was Ostern bedeutet? Er fragt etwas ganz Einfaches: „Habt ihr etwas zu essen?“ Und dann sagt er nur diesen einen Satz: „Werft das Netz auf der anderen Seite aus.“ Kein Vorwurf. Nur eine Einladung, es noch einmal anders zu versuchen. Ein kleiner Perspektivwechsel. Kein neues Boot. Kein neues Netz. Sondern dieselbe Situation – aber mit einem anderen Blick.
Plötzlich ist alles anders. Das Netz ist voll. So voll, dass sie es kaum einholen können. 153 Fische – eine Zahl, die fast übertrieben wirkt. Vielleicht gerade deshalb: Sie erzählt von Fülle. Davon, dass Gott nicht kleinlich ist.
Ostern verändert Alltag
Diese Szene macht deutlich: Ostern hebt den Alltag nicht auf. Aber es verändert ihn von innen her. Zudem ist es bereits das dritte Mal, dass Jesus ihnen erscheint. Offenbar brauchen selbst die engsten Vertrauten Zeit, um zu glauben, dass Ostern wirklich stimmt. Das tröstet. Auch wir brauchen oft mehrere Anläufe, bis Hoffnung wieder greifen kann.
Der Erste Petrusbrief nimmt genau dieses Lebensgefühl auf. Er weiß, dass Glauben im Alltag stattfindet – zwischen Verantwortung, Terminen, Sorgen und dem Wunsch, ein gutes Leben zu führen. Er erinnert daran, dass Gott uns ohne Ansehen der Person ansieht. Nicht perfekt, nicht makellos, sondern so, wie wir sind. Und dass unsere Hoffnung nicht auf unserer Kraft ruht, sondern auf dem, was Christus getan hat. Gottes Nähe zeigt sich nicht nur im Außergewöhnlichen.