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Es braucht Menschen, die anpacken. Das war schon Jesus klar. Was uns das heute sagen kann, erklärt Pater Thaddäus Vos OSB in der Auslegung.
Zwei Bilder stehen am Anfang des heutigen Evangelientextes; sie sind sprechend und erscheinen erschreckend aktuell: Da ist von ermüdeten und hirtenlosen Schafen die Rede – und von fehlenden Erntearbeitern.
Ähnliches ist vielen Menschen bekannt, ja allzu „vertraut“: Überforderungen im Arbeits- oder Familien- und Beziehungsleben zehren ebenso an zur Verfügung stehenden Kräften wie Orientierungs- und Perspektivlosigkeit. Was muss ich denn noch alles …? Wie kann das gehen …? Wohin führt der Weg; wohin will ich überhaupt?
Menschen, die anpacken
Die Lesungen vom 11. Sonntag im Jahreskreis / Lesejahr A zum Hören finden Sie hier.
Ganz offensichtlich sind dies keine rein modernen Fragen; sie haben die Menschen immer beschäftigt, auch zur Zeit Jesu: Hirten werden benötigt, also Menschen, die ihnen Schutz, Nahrung und Orientierung geben können, oder im anderen Bild: Arbeiter, die eine Ernte einbringen, die Brachliegendes kultivieren und retten, was sonst verloren ginge.
Gesucht werden Menschen, die anpacken im Sinne des Herrn der Ernte: Menschen, die sich in seinen Dienst stellen für ihre Mitmenschen, die Kraft vermitteln, Wege aufzeigen und mitgehen; Menschen, die nicht an den eigenen Profit denken, sondern ihr gottgeschenktes Talent einsetzen, um Leben zu erhalten und Leiden zu lindern.
Wer aber kann das tun?
Die Erntearbeiter des Herrn
Der Herr benennt zwölf aus seiner engsten Umgebung; sie alle werden mit Namen genannt und beleuchten schon dadurch die ganze Bandbreite von Menschen, die zu solchen Erntearbeitern werden können; man schaue sich nur die Bedeutung dieser ihrer Namen an, um die ganze Vielfalt zu erahnen:
Da gibt es zunächst den Petrus, den „Felsen“. Neben ihm steht sein Bruder Andreas, der „Mannhafte“. Das andere Brüderpaar, Jakobus und Johannes, beschreiben mit ihren Namen das Vertrauen, dass „Gott schützt“ und „JHWH gnädig ist“; ähnliche Gottesbezüge finden wir bei Matthäus, dem „Geschenk des Herrn“, und bei Simon, dessen Name „Gott hat gehört“ bedeutet. Seine Herkunft im Namen trägt der „Judäer“ Judas. Diese letzten beiden könnten nach ihren Beinamen „Kananäus“ und „Iskariot“ auch ursprünglich jüdische Widerstandskämpfer gewesen sein, denn beide weisen auf die Gruppe der Zeloten hin, eine paramilitärische Miliz mit dem Ziel der gewaltsamen Befreiung aus der römischen Besatzung.