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Ein endgültiger Abschied fällt schwer, dennoch die Zusage Gottes steht, erklärt Myriam Ueberbach und legt die Lesungen dieses Sonntags aus.
Kurz vor Pfingsten versetzt uns das Evangelium noch einmal zurück in die Passionszeit. Es ist ein Ausschnitt aus den sogenannten Abschiedsreden Jesu. In diesem Vermächtnis schenkt er Rückschau, Segen, Trost und Zukunftsweisung. Abschied nehmen – wir kennen das aus unserem Alltag.
Die kleinen Abschiede am Morgen, wenn die Partner*innen zur Arbeit fahren, der Zuspruch bei der Verabschiedung des Kindes zur Schule. Der Abschied von Freunden an der Wohnungstür nach einem geselligen Abend. Diese Gesten sind uns wohl vertraut und geschehen oft nebenbei – meist wird uns erst im Nachhinein bewusst, wie wichtig sie sind.
Eine Art Resümee
Die Lesungen vom 7. Sonntag der Osterzeit / Lesejahr A zum Hören finden Sie hier.
Dann gibt es den finalen Moment, vor dem viele Menschen Angst haben. Wenn Menschen sich für immer voneinander verabschieden müssen, ist der Abschied sehr schwer. Oft fragen sie sich: Wie mache ich das? Wie geht das? Wenn ein gutes Vertrauensverhältnis besteht und der passende Rahmen gestaltet werden kann, können wichtige Themen noch einmal angesprochen und Erinnerungen geteilt werden. Das, was noch ausgesprochen werden möchte, findet seinen Raum.
Auch im Evangelium dieses Sonntags finden wir am Ende des Lebens Jesu eine Art Resümee. Jesus wendet sich in einem Gebet an seinen Vater. Er rekapituliert seinen Auftrag. In dieses Resümee eingewoben ist die Bitte der Rückkehr zum Vater: „Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war!“ (Joh 17,5). Am Ende des Gebets werden die Jünger und in deren Folge auch wir in das Gebet mit hineingenommen. Jesus betet beim Vater für uns (Joh 17,9ff).
Was für ein Zuspruch!
Der zweiten Bitte vorangestellt ist eine Aussage über uns – die Zeugen und Hörer des Lebens Jesu: „Denn die Worte, die du mir gabst, habe ich ihnen gegeben und sie haben sie angenommen. Sie haben wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17,8). Welch ein Vertrauensvorschuss, mit dem Jesus für uns beim Vater einsteht!
Während der zweite Teil der Aussage Bestandteil des Glaubensbekenntnisses ist, fasziniert mich der erste, der beinahe etwas unscheinbar daherkommt: „Denn die Worte, die du mir gabst, habe ich ihnen gegeben und sie haben sie angenommen.“ Was für ein Zuspruch! Was für eine Herausforderung! Denn diese Worte konfrontieren jede*n von uns immer wieder mit zwei Fragen: Was habe ich verstanden und wie nehme ich diese Worte an? Anders formuliert: Wie antworte ich auf den Vertrauensvorschuss Gottes – auf den erfahrenen Zuspruch?