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Das Himmelreich ist nahe, auch wenn es vorher gefährlich werden kann, sagt Thaddäus Vos OSB und legt die Lesungen dieses Sonntags aus.
Es wird Sommer; wer in diesen Tagen an die frische Luft geht, hört die Vögel zwitschern. Das werden wohl die allermeisten von uns als etwas sehr Schönes empfinden: Da flattern sie durch die Gegend, leicht und schnell, und wir haben unsere Freude an ihnen. Ob wir sie manchmal etwas beneiden, wie sie da so leicht durchs Leben fliegen? Sie fliegen herum und keiner von ihnen fällt zur Erde ohne den Willen des Vaters. Spatz müsste man sein!
Oder? Zwei Spatzen verkauft man für „einen Pfennig“; das ist wirklich nicht viel, und wenn der Spatz erst einmal verkauft ist, dann wird er wohl nicht mehr so frei herumfliegen. Entweder findet er sich in Gefangenschaft wieder, oder es geschieht noch Schlimmeres mit ihm. Ein halber Cent.
Vom Wert des Menschen
Die Lesungen vom 12. Sonntag im Jahreskreis / Lesejahr A zum Hören finden Sie hier.
„Ihr seid mehr wert als viele Spatzen, und jedes Haar auf eurem Kopf ist gezählt …“ Als ob es nicht Wichtigeres gäbe als die genaue Anzahl der Haare auf dem Kopf! Aber so wertvoll sind wir, so wichtig sind wir ihm, dass er nicht einmal dieses Detail vergisst – wie wenig dann alles andere, was uns wirklich angeht! Ihr seid viel mehr wert als sehr viele Spatzen.
Banal eigentlich, nicht wahr? Aber bedeutsam. Denn wenn wir das glauben, dann hat es Konsequenzen. Die Aussage Jesu steht ja in einem Zusammenhang. Sie ist ein Ausschnitt aus einer längeren Rede, mit der er seine Apostel aussendet. Sie sollen zu den Menschen gehen und seine Botschaft verkünden. Sie sollen ihnen Gutes tun und sie sollen ihnen auch sagen, warum sie das tun: „Das Himmelreich ist nahe!“ – die Botschaft Jesu.
Er muss ihnen aber in dieser Rede auch sagen, dass sie nicht überall Aufnahme finden werden. Es wird Orte geben, wo sie nicht willkommen sind, wo man nicht hören will; ja, es wird sogar gefährlich werden. Und in dem Zusammenhang sagt er ihnen das Bild mit den Spatzen, um zu verdeutlichen, wie sehr sie in Gottes schützender Hand aufgehoben sind: „Fürchtet euch also nicht!“