Christen und Buddhisten mahnen gemeinsam zum Frieden

Ausstellung in Münster zeigt Gefahren durch Atomwaffe

Donald Trump hat sie und Wladimir Putin auch. Und auch Kim Jong Un droht damit: die Atombombe – jene Waffe, die das Symbol des Kalten Krieges war und mit ihm überwunden zu sein schien. Doch das Gespenst ist zurück. Die bewusste Drohung mit atomaren Waffen ist erneut ein Mittel aktueller Politik geworden.

Dagegen wendet sich die Ausstellung „Die Würde des Lebens beschützen – Für eine Welt ohne Atomwaffen“, die am 25. Mai im LWL-Landeshaus in Münster eröffnet worden ist. Es ist eine internationale Ausstellung, die dem Besucher eindrücklich vor Augen führt, dass Atomwaffen wieder eine drohende Gefahr für den Planeten geworden sind. Gleichzeitig zeigt sie Wege auf, wie jeder Mensch dieser Bedrohung begegnen und zu einer Kultur des Friedens beitragen kann. Das Bistum Münster ist Kooperationspartner dieser Ausstellung.

Weltweit 15.000 Atomwaffen

„15.000 Atomwaffen bedrohen alles Leben auf der Erde“, erklärte Frank Oldengott von der SGI-Deutschland. Die SGI-D ist Teil der Soka Gakkai International (SGI), einer Gemeinschaft engagierter Buddhisten, die sich die Förderung von Frieden, Kultur und Erziehung auf die Fahnen geschrieben hat.

„Münster steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Friedens. Umso mehr freue ich mich, dass wir die Ausstellung hier im LWL-Landeshaus präsentieren können.“ Die Anti-Atomwaffen-Ausstellung zeige, wie Menschen friedlich zusammen leben können, umriss Oldengott das Konzept.

Bomben mit verheerender Wirkung

Die Ausstellung wurde erstmals 2012 im japanischen Hiroshima gezeigt, dem Ort, der tragische Berühmtheit erlangte, weil über ihm am Ende des Zweiten Weltkriegs die erste Atombombe abgeworfen wurde. 90.000 Menschen starben dabei. Felix Werdermann von ICAN Deutschland e.V., der International Campaign to Abolish Nuclear weapons (ICAN), die sich für die Abschaffung von Atomwaffen stark macht, brachte zum Ausdruck, welche verheerende Wirkung eine Atombombe hat: Menschen verdampften, Feuersbrünste verwüsteten Städte, und Druckwellen erledigten den Rest.

„Am Thema dranbleiben“

Jochen Reidegeld, stellvertretender Generalvikar des Bistums, zeigte sich beeindruckt, „dass sich Menschen in einem Bereich engagieren, der eigentlich aus dem Blick geraten ist“. Nach dem Ende des Ostblocks sei man davon ausgegangen, dass eine Ära des Friedens komme. „Die momentane Weltlage führt uns leider eindrücklich vor Augen, dass wir an diesem Thema dran bleiben müssen. Und gerade deswegen unterstützen wir als Bistum sehr gerne diese Ausstellung“, erklärte Reidegeld.

Musikalisch wurde die Eröffnung gestaltet von dem Nanyrianan Celloquartett der Musikhochschule Münster und dem Gitarristen und Sänger Jan Loechel.

Die Ausstellung kann bis Freitag, 8. Juni, im LWL-Landeshaus in Münster, Freiherr-vom-Stein-Platz 1, werktags von 8 bis 16 Uhr besichtigt werden.