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Reaktionen auf angebotenen Rücktritt des Münchner Erzbischofs

Bätzing: Ich kann Entscheidung von Kardinal Marx verstehen

  • Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, reagiert mit Respekt und Bedauern auf den angebotenen Amtsverzicht des Münchner Kardinals Reinhard Marx.
  • In der Deutschen Bischofskonferenz sei er eine der tragenden Säulen und werde weiter gebraucht, sagte Bätzing über Marx, der bis 2020 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz war. 
  • Marx hatte Papst Franziskus am selben Tag gebeten, seinen Verzicht auf das Amt des Erzbischofs anzunehmen und über seine weitere Verwendung zu entscheiden.
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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hat den angebotenen Amtsverzicht des Münchner Kardinals Reinhard Marx mit großem Respekt und Bedauern aufgenommen und das Wirken seines Amtsvorgängers gewürdigt. Marx habe ihn zuvor über den Schritt informiert, erklärte Bätzing am Freitag in Bonn. "Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz hat Kardinal Marx Wegweisendes für die Kirche in Deutschland und weltweit geleistet. In der Deutschen Bischofskonferenz ist er eine der tragenden Säulen." Marx werde auch weiterhin gebraucht.

"Kardinal Marx will mit seinem Schritt ein Zeichen setzen und institutionelle Verantwortung persönlich übernehmen, die die Kirche im Zusammenhang mit den Fällen sexuellen Missbrauchs und ihre Vertuschung zu tragen hat", so Bätzing, der Limburger Bischof ist. "Tatsächlich haben die Verbrechen systemische Schwachstellen in der Kirche offengelegt, die ebenso nach systemischen Antworten rufen. Eine ausschließlich juristische Aufarbeitung und Verwaltungsänderungen reichen nicht aus."

Persönliche Antwort

Marx sehe sein Angebot des Amtsverzichts als "persönliche Antwort auf diese Situation", betonte Bätzing. "Unabhängig davon aber müssen die Deutsche Bischofskonferenz und die Bistümer weiterhin ihrer Verantwortung nachkommen, auf dem 2010 eingeschlagenen Weg der Aufarbeitung der Fälle sexuellen Missbrauchs weiterzugehen."

Der innerkirchliche Reformdialog Synodaler Weg sei ins Leben gerufen worden, "um nach systemischen Antworten auf die Krise zu suchen. Die grundlegenden theologischen Diskussionen, die den Synodalen Weg bestimmen, sind daher ein wesentlicher und wichtiger Teil in diesem Prozess", unterstrich Bätzing.

Die Rücktrittsbitte

Er ergänzte: "Ich kann die Entscheidung von Kardinal Marx verstehen. Sein Rücktrittsangebot macht deutlich, dass die Kirche in Deutschland den begonnenen Synodalen Weg fortsetzen muss. Papst Franziskus betont selbst, dass er Synodalität und den Synodalen Weg als Unterscheidung für die ganze Kirche wünscht."

Marx hatte Papst Franziskus am selben Tag gebeten, seinen Verzicht auf das Amt des Erzbischofs anzunehmen und über seine weitere Verwendung zu entscheiden. In einem Brief an Papst Franziskus vom 21. Mai schreibt Marx unter anderem: "Im Kern geht es für mich darum, Mitverantwortung zu tragen für die Katastrophe des sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten."

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