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Anti-israelische Vorfälle in Münster und Bonn scharf verurteilt

Bätzing und Schuster sehen Eskalation in Israel „mit Schrecken“

  • Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hat die Eskalation in Nahost scharf verurteilt.
  • Er äußerte sich nach einem Treffen mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster.
  • Beide verurteilten zudem die Vorfälle vor Synagogen in Münster und Bonn.
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Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hat die Eskalation in Nahost scharf verurteilt. „Ich schaue mit großer Sorge und Schrecken ins Heilige Land“, sagte Bätzing nach einem Treffen mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. „Die Eskalation der Gewalt, die vom Gazastreifen ausgegangen ist, muss enden“, betonte der Limburger Bischof.

Er verurteilte zugleich Angriffe auf Synagogen in Münster und Bonn vom Vorabend. „Angriffe auf Synagogen sind reinster Antisemitismus“, sagte Bätzing. „Das muss stoppen, das werden wir niemals zulassen, das muss mit aller Kraft bekämpft werden.“

Vorfälle in Münster und Bonn

Vor den Synagogen hatten mehrere Personen die israelische Flagge angezündet. Bätzing sagte, es sei „in keinster Weise zu billigen, wenn der Konflikt aus Israel nach Deutschland übertragen und noch fundamentalistisch-religiös aufgeladen wird“.

Schuster sagte, er habe die Vorfälle in Nordrhein-Westfalen „mit großem Entsetzen wahrgenommen“. Er sei froh, dass kein Mensch zu Schaden gekommen sei. „Aber ein Angriff auf eine Synagoge hat nichts mit einer politischen Meinungsäußerung zu tun, es ist reiner Antisemitismus.“

Querdenker und Antisemitismus

Nach Worten Schusters verstärkt die Corona-Krise die Verbreitung antisemitischer Verschwörungsmythen. Er nannte Antisemitismus das „verbindende Element“ unter Corona-Leugnern: „Wir haben eine Entwicklung bei Querdenker-Demonstrationen, wo purer Antisemitismus geschürt wird.“

Er fürchte, dass dieses Phänomen mit dem Ende der Pandemie nicht verschwinde, so Schuster. „Dieser Antisemitismus muss konsequent und nachhaltig bekämpft werden.“

Bätzing: Verlust von Menschenleben auf beiden Seiten

Mit Blick auf die Gewalt in Nahost wies Bätzing darauf hin, dass auf beiden Seiten Menschenleben zu beklagen sein. „Das kann nicht die Zukunft sein.“ Beide Seiten müssten „an den Tisch des Verhandelns zurückkehren“, forderte der Bischof. „Nur so kann Frieden hergestellt werden, nur so kann die Situation für Juden und Palästinenser in Israel und in den palästinensischen Gebieten wieder befriedet werden.“

Schuster sprach von „reinem Terror gegenüber der Zivilbevölkerung in Israel“. Aus dem Gazastreifen würden hunderte Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. „Ganz klar ist, dass diese Raketen ausschließlich Zivilbevölkerung treffen können oder treffen.“ Für ihn sei unverständlich, „dass in Gaza so viele Raketen lagern“, sagte Schuster.

Regelmäßige Treffen

Der Zentralrat der Juden und die Deutsche Bischofskonferenz pflegen seit Jahren einen Austausch. Erstmals trafen sich jetzt aber Schuster und der seit März 2020 als Bischofskonferenz-Vorsitzender amtierende Bätzing. Das Treffen sollte eigentlich schon im November stattfinden, wurde aber coronabedingt abgesagt.

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