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Limburger Bischof: Entscheidung kein Fauxpas - Verweis auf Reue

Bätzing verteidigt Priester-Beförderung trotz Belästigungsvorwürfen

  • Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat die Beförderung eines Priesters trotz Belästigungsvorwürfen verteidigt.
  • Er habe sich angesichts der Reue des Beschuldigten sowie bereits erfolgter Strafen und einer Entschuldigung dazu entschlossen gehabt; dies sei kein Fauxpas gewesen.
  • Bei einer Diskussion beim Katholikentag wurde dies skeptisch bewertet.
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Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat die Beförderung eines Priesters trotz Belästigungsvorwürfen verteidigt. Frauen körperlich oder verbal zu belästigen, sei "ein absolutes No-Go", sagte Bätzing beim Katholikentag in Stuttgart. Dennoch habe er sich angesichts der Reue des Beschuldigten sowie bereits erfolgter Strafen und einer Entschuldigung gefragt, ob es nicht die Möglichkeit einer Rehabilitation geben müsse. Dies sei "kein Fauxpas" gewesen.

Nach einem Bericht von "Christ und Welt" hatte Bätzing einen Priester seiner Diözese zum Bezirksdekan befördert, der Jahre zuvor zwei Frauen belästigt hatte. Bätzing, der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, habe den Priester zuvor wegen der Belästigung ermahnt.

Gespräch mit einer Betroffenen

Der katholische Priester soll demnach eine evangelische Pfarrerin in Ausbildung verbal und körperlich sexuell belästigt haben. Derselbe Pfarrer soll zudem eine katholische Gemeindereferentin in Ausbildung belästigt haben.

Bätzing bestätigte, eine Abmahnung ausgesprochen zu haben. Zudem habe er vor der Entscheidung über eine Beförderung mit der Gemeindereferentin gesprochen. Im ersten Gespräch habe sie ihm lediglich signalisiert, dass dies "schwer" für sie wäre. Später, als gemeinsame Bilder von Bätzing mit dem Beschuldigten auftauchten, habe sie erklärt, dass dies für sie überhaupt nicht gehe.

Kevin Kühnert: "Bürde" für die befragte Betroffene

Der Mann könne jedoch nicht im Amt sein und zugleich niemals auf Fotos auftauchen, erklärte der Bischof. Zudem habe es zu keinem Zeitpunkt ein strafrechtlich relevantes Verhalten gegeben. Der Beschuldigte bereue die Vorkommnisse "unglaublich".

SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert bewertete den Vorgang skeptisch. Solche "beklemmenden Gespräche und Situationen" wie jenes zwischen Bätzing und der Betroffenen entstünden, wenn es keine klaren Regeln gebe, erklärte der Politiker. Für die Mitarbeiterin sei es belastend, in einer solchen Situation überhaupt befragt zu werden und mittelbar über die Seelsorge vor Ort mitentscheiden zu müssen. Ein derartiger Druck sei "eine Bürde", mahnte Kühnert.

Betroffene Beck: Frau antwortete womöglich im Schockzustand

Auch die Vertreterin des Betroffenenbeirats der Bischofskonferenz, Johanna Beck, äußerte sich kritisch. Besonders problematisch sei die Denkweise, Missbrauch betreffe nur Menschen "von null bis 18": "Als erwachsender Mensch kann man genauso missbraucht werden."

Bätzings Vorgehen lasse darauf schließen, "dass man die Dynamiken einfach noch nicht ganz parat hat, was Missbrauch mit sich bringt". Die betroffene Mitarbeiterin habe auf Bätzings Frage zum Umgang mit dem Beschuldigten möglicherweise in einem "Schockzustand" reagiert.

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