Katholische Jugend gehört zum Aktionsbündnis

BDKJ will in Münster falsche AfD-Botschaften entlarven

Drei Minuten sind vorgesehen, in der Realität werden es meist einige Minuten mehr. Aber egal, wie viel Zeit ihr bleibt, Kerstin Stegemann will sie intensiv nutzen. Die Diözesanvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Münster wird auf der zentralen Bühne sprechen, wenn sich die Demonstranten gegen den Besuch der AfD-Spitze im münsterschen Rathaus formieren. Der Jugendverband ist Teil eines breiten Bündnisses aus Gewerkschaften, Aktionsgruppen und Verbänden, die den Protest gemeinsam organisieren.

„Wir werden als katholische Jugend auftreten, nicht als ›die Kirche‹“, sagt Stegemann selbstbewusst. Aktionen der verschiedenen Gruppen aus dem Bistum findet sie gut und wichtig. „Als Jugendverband können wir aber noch einmal anders laut werden.“ Frech, unkonventionell, vielleicht ein wenig deutlicher als andere Kirchenvertreter könnten sie agieren. „Wir sind nicht nur katholisch, sondern auch jung“, sagt sie. „Im BDKJ haben wir zudem einen klaren politischen Auftrag und können uns deshalb eindeutig zu einem Partei-Programm positionieren.“

Breite Rückendeckung

Die Mitgliedsverbände des BDKJ im Bistum machen immer wieder mit Kampagnen und Aktionen gegen Fremdenfeindlichkeit auf sich aufmerksam. „Wir haben da als Dachverband eine große Rückendeckung“, sagt Stegemann. „Gegenpostionen in diesen Fragen in der katholischen Jugend sind uns nicht bekannt.“ Auch am Freitag werden sich die BDKJ-Vertreter mit Gruppen aus unterschiedlichen Verbänden treffen, um gemeinsam zum Protest zu gehen. „Möglichst mit Banner und Fahnen, die zeigen woher wir kommen.“ Die Pfadfinder planen, in ihrer Kluft zu erscheinen.

Und was wird Stegemann sagen, wenn sie auf der Bühne steht? „Der genaue Redetext steht noch nicht“, sagt sie. „Es wird sich aber um jene zwei Worten drehen, die unsere grundsätzliche Position zum Thema beschreiben: Denke bunt!“ Die stünden für all das, wofür die katholische Jugend in der Diskussion über Flüchtlinge und Ausländerhass einstehe: „Offenheit, Menschenfreundlichkeit, Toleranz, Dialog, Respekt, Freiheit... .

Richtige Antworten geben

Wichtig ist dem BDKJ-Vorstand, dass die jugendliche Position dabei deutlich wird. „Gerade die junge Generation genießt viele Vorteile einer offenen Kultur“, sagt Diözesanvorsitzender Johannes Wilde. „Wir dürfen Menschen aus anderen Ländern nicht vorenthalten, was uns bereichert.“ Dass dies eine christliche Botschaft ist, steht für ihn außer Frage. „Wir wollen zeigen, dass der Glaube der Christen in dieser Frage nur so interpretiert werden darf, wie wir es tun.“ Wer dies nicht mache, überlasse die Interpretation anderen Gruppen, wie etwa auch der AfD. „Mit unseren Worten wollen wir deren falsche Antworten entlarven.“