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„Viele Menschen wollen nicht über den Tod sprechen“, sagt Anke Rohde. Sie selbst möchte in solchen Situationen nun die richtigen Worte finden.
Anke Rohde ist Scherlebeckerin durch und durch. „Nur fürs Studium bin ich nach Münster gegangen“, sagt die 45-Jährige lachend. Sie fühlt sich wohl in ihrem Heimatort. Hier ist sie aufgewachsen und hat sich früh in der St.-Ludgerus-Gemeinde engagiert, die zur Pfarrei St. Martinus Herten (Kreis Recklinghausen) gehört.
„In meiner Familie war jede Feierlichkeit immer mit der Kirche verbunden“, blickt sie zurück. Ihr Einsatz reichte von der Messdienerarbeit bis zur Kinder- und Jugendarbeit, von der Gestaltung von Kindergottesdiensten bis zur Katechese bei der Erstkommunion.
Glaube und Kirche gehören für Rohde selbstverständlich zum Leben. „Es ist eine Kraftquelle für mich und gibt Antworten auf Lebensfragen.“ Auch das Miteinander schätzt sie: „In der Gemeinschaft fühle ich mich aufgehoben.“
Diplomarbeit über Trauer bei Kindern
In den verschiedenen Lebensphasen ist sie mit ihrem Engagement gewachsen. „Da war der nächste Schritt nur konsequent“, sagt die Sozialpädagogin, die im Familienzentrum St. Martinus arbeitet.
Dieser nächste Schritt war die Teilnahme am Ausbildungskurs für den Trauer- und Begräbnisdienst im Bistum Münster. „Ich habe mich gefragt, welchen Beitrag ich zwischen Familie und Beruf leisten kann“, sagt die zweifache Mutter. Gleichzeitig wollte sie sich intensiver mit dem Thema Tod auseinandersetzen. „Viele Menschen wollen darüber nicht sprechen, es ist für sie tabu“, hat sie immer wieder erlebt.
Anknüpfen konnte Rohde unter anderem an ihre Diplomarbeit zum Thema Trauer bei Kindern. Auch während der Ausbildung setzte sie sich intensiv mit existenziellen Fragen auseinander. „Für meine Abschlussarbeit habe ich zehn Menschen gefragt, was für sie nach dem Tod kommt“, erzählt sie. Die Gespräche empfand sie als bereichernd. „Das waren spannende Interviews, ein Richtig oder Falsch gibt es nicht.“
Rückhalt von Familie und Pfarrei
Rückhalt erfährt sie in ihrer Familie. „Sie haben vor meinem neuen Ehrenamt genauso viel Respekt wie ich selbst“, sagt Rohde. Gleichzeitig spüre sie großes Vertrauen. „Sie sind davon überzeugt, dass ich es gut kann.“ Auch aus der Gemeinde bekomme sie zahlreiche positive Rückmeldungen.
Besonders wichtig ist ihr, dass sie diesen Dienst als Laiin und als Frau übernehmen kann. „Ich freue mich, dass ich mich einbringen darf und diese besondere Aufgabe übernehmen kann“, erklärt sie.
Dabei gehe es ihr darum, Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten und Bestattungen würdevoll zu gestalten. Unterstützt werde sie in der Pfarrei von Menschen, die im Beerdigungsdienst tätig sind. So wolle sie nach und nach in ihr Ehrenamt hineinwachsen.