»Mein Herz ist erfüllt von Dankbarkeit«

Benedikt XVI. feiert 90. Geburtstag mit Gästen aus Bayern

Geburtstag
Ministerpräsident Horst Seehofer (rechts) brachte Benedikt XVI. unter anderem einen bayerischen Präsentkorb mit.Foto: Reuters

Glückwünsche zum 90. Geburtstag aus seiner bayerischen Heimat haben Benedikt XVI. am Ostermontag Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und eine Abordnung Gebirgsschützen überbracht. »Mein Herz ist erfüllt von Dankbarkeit für 90 Jahre, die mir der liebe Gott geschenkt hat«, sagte der emeritierte Papst.

In seinem Leben habe es auch Prüfungen und schwere Zeiten gegeben; doch Gott habe ihn stets weitergeführt. Dankbar sei er auch dafür, dass Gott ihm eine so schöne Heimat geschenkt habe: »Bayern ist schön.« Im Herzen wandere er dort immer noch umher. Mit den Gebirgsschützen war auch die Pentlinger Bürgermeisterin Barbara Wilhelm gekommen. In ihrer Gemeinde wohnte Joseph Ratzinger in seiner Zeit als Theologieprofessor in Regensburg.

Emeritierter Papst freut sich über Bayern

Schön sei Bayern, so Benedikt XVI., »von der Schöpfung her, aber so ganz schön doch erst dadurch, dass die Kirchtürme da sind, die Häuser mit den Balkonen mit Blumen, die Menschen, die gut sind; es ist schön, dass man um Gott weiß, und weiß, dass er die Welt geschaffen hat«. Bayern sei weltoffen, lebendig und fröhlich, weil es im Glauben seinen festen Grund habe.

Den eigentlichen Geburtstag am Ostersonntag beging der frühere Papst in Stille. Einziger Gast war sein Bruder Georg Ratzinger (93), der aus Deutschland angereist war. Papst Franziskus hatte seinen Vorgänger bereits vor Ostern in dessen Alterssitz in den vatikanischen Gärten aufgesucht, um ihm persönlich zu gratulieren.

Glückwünsche der Kirchen

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, schrieb an Benedikt XVI.: »Die Kirche in Deutschland empfindet ein tiefes Gefühl des Dankes für Ihr lebenslanges Zeugnis und für Ihre väterliche Nähe«. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Heinrich Bedford-Strohm, schrieb, er wünsche dem emeritierten Papst ganz persönlich, aber auch im Namen der EKD Gottes Segen und Gesundheit.

Marx schreibt weiter, die treffsichere, einfühlsame Sprache und die verständliche Weise, wie der frühere Papst theologische Aussagen formuliere, seien wohltuend und blieben prägend bis in die Gegenwart. Er danke Benedikt XVI. für »das Geschenk einer anregenden und Mut machenden Theologie«.

Benedikt XVI. wurde am 16. April 1927 in Marktl am Inn als Joseph Ratzinger geboren. 2005 wurde er von den Kardinälen zum Nachfolger von Johannes Paul II. gewählt. Am 28. Februar 2013 trat Benedikt XVI. als erster Papst der Neuzeit freiwillig zurück. Er begründete die Entscheidung mit nachlassenden körperlichen und geistigen Kräften. Seit Mai 2013 führt er ein zurückgezogenes Leben in einem umgebauten ehemaligen Kloster in den vatikanischen Gärten.