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Ökumenische Gruppe organisiert bunten Empfang und viele Angebote

Bergfest des Klimapilgerwegs: Warendorf ist gewappnet

  • Wenn die Teilnehmer des Ökumenische Klimapilgerwegs am 22. September in Warendorf eintreffen, haben sie genau die Hälfte der 1450 Kilometer zur UN-Klimakonferenz in Glasgow hinter sich.
  • In Warendorf wartet ein buntes „Bergfest“ auf sie.
  • Mit der Stadt, den Pfarrgemeinden und den Schulen hat sich eine Gruppe für die Gestaltung des Programms zusammengefunden.
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Bergfest in Warendorf: Wenn die Teilnehmer des Ökumenischen Klimapilgerwegs am 22. September dort eintreffen, haben sie genau die Hälfte ihrer Strecke aus Polen zur UN-Klimakonferenz nach Glasgow hinter sich – etwa 700 Kilometer. Und die Gastgeber haben sich dafür gewappnet. Eine große ökumenische Organisationsgruppe hat sich zusammengefunden, um ihnen einen passenden Empfang zu bereiten.

Alle Warendorfer sind aufgerufen, die Pilger mit einer möglichst großen Gruppe am Ortseingang zu begrüßen. Auf deren Programm steht dann eine Reihe von kleinen und großen Aktionen. Der offizielle Empfang der Stadt gehört dazu, ein ökumenischer Gottesdienst und ein Treffen mit Jugendlichen und Kindern. „Wir lassen den Pilgern natürlich auch Erholungszeit“, sagt Stefanie Pfennig, die das Programm in Warendorf koordiniert. „Immerhin haben sie ja noch fast fünf Wochen mit Tagesetappen vor sich.“

 

Schulen, Gemeinden und Stadt an Bord

 

Pfennig wurde vom Bistum Münster angesprochen, ob sie die Organisation der Aktionen übernehmen könne, und hat sich „da gern reingehängt“. Als Referentin für den Fachbereich Religion, Persönlichkeit und Gesellschaft an der katholischen Familienbildungsstätte hatte sie keine Mühe, in ihrem lokalen Netzwerk Unterstützer für das Projekt „Bergfest in Warendorf“ zu finden. „Ich musste keine Klinken putzen, es waren sofort viele mit an Bord.“ Aus den unterschiedlichen Bereichen: Von der Stadt Warendorf kommt Unterstützung vom Klimaschutz-Beauftragten Paul Hartmann, die katholischen und evangelischen Gemeinden sind dabei, Schulseelsorger Jens Hagemann holte die Schulen mit an Bord.

„Alle haben da voll mitgezogen“, sagt Pfennig. „Vielleicht weil Warendorf mit dem Bergfest eine besondere Station ist – sicher auch, weil es in Warendorf schon seit langem und an vielen Stellen ein intensives Engagement rund um Schöpfungsfragen gibt.“ Sie hofft, dass die gemeinsamen Erfahrungen als Station des Pilgerwegs ein weiterer Impuls für kommende Projekte sind.

 

Thema Klima trifft den Nerv der Schüler

 

Vorfreude auf die Pilger in Warendorf: Martina Grundkötter vom Sachausschuss „Eine Welt“ in der St.-Laurentius-Pfarrgemeinde (links) und Stefanie Pfennig vom Haus der Familie in Warendorf. | pd
Vorfreude auf die Pilger in Warendorf: Martina Grundkötter vom Sachausschuss „Eine Welt“ in der St.-Laurentius-Pfarrgemeinde (links) und Stefanie Pfennig vom Haus der Familie in Warendorf. | Foto: pd

Offene Türen erlebt auch Jens Hagemann, der Schulseelsorger im Schulzentrum in Warendorf ist. Schnell war nicht nur die bischöfliche Realschule in die Planungen involviert, sondern auch städtische Schulen, eine Berufsschule und ein Kindergarten. „Beim Thema Klima sind Lehrer und Erzieher schnell hellhörig, weil sie wissen, dass es den Nerv vieler Kinder und Jugendlichen trifft.“ Für den Pastoralreferenten aus der Pfarrgemeinde St. Laurentius ist das logisch: „Sie spüren, dass sie es sind, die sich mit den Folgen des Klimawandels noch lange auseinander setzen müssen.“

Hagemann erlebt bei den Schülern ein Gespür dafür, dass die Gruppe der Pilger vor allem für die junge Generation läuft. Die Auseinandersetzung unter den Jugendlichen mit diesem Thema sei dabei nicht eindimensional, sondern reflektiert und lösungsorientiert. „Sie formulieren nicht einfach nur Parolen, sondern schauen, was sie konkret im Alltag ändern müssen, um Schlimmes zu verhindern.“ Diese Gedanken werden derzeit in den Schulklassen noch einmal intensiviert. Am Ende wollen die Jugendlichen an den Warendorfer Schulen zehn Botschaften formuliert haben, die sie den Pilgern mit auf den Weg nach Glasgow geben werden.

Auch der Abschied der Pilgernden vor ihrer nächsten Etappe nach Telgte wird bunt. Nach ihrer Nacht im Schulzentrum bekommen sie ein Lunchpaket, das aus der Pfarrgemeinde St. Laurentius kommt. „Regionale und saisonale Köstlichkeiten“, sagt Martina Grundkötter, Mitglied des dortigen Sachausschusses „Eine Welt“. Der kümmert sich während der gesamten Station um die Verpflegung der Gruppe – natürlich mit einem nachhaltigen Blick. Mit einem Reisesegen werden die Pilger dann am Ortsausgang verabschiedet, dieses Mal geht es durch ein Spalier von Schülern. Geplant ist, dass sich einzelne Klassen für die kommenden Kilometer der Gruppe anschließen.

Der Klimapilgerweg
2014 hat sich die ökumenische Initiative Klimapilgerweg gebildet, um als „Global Player“ mit eigenen weltweiten Aktionen ihre Verantwortung im Bereich Klimaschutz und Klimawandel wahrzunehmen. Von katholischer Seite sind Hilfswerke wie Misereor, Missio, Renovabis, Adveniat und die Sternsinger sowie katholische Bistümer beteiligt. Als erste gemeinsame Aktion wurde zur Weltklimakonferenz in Paris 2015 der ökumenische Pilgerweg zur Klimagerechtigkeit auf den Weg gebracht. Seither brechen jedes Jahr Pilger zu der UN-Klimakonferenz auf. Infos zur Strecke und zur Anmeldung unter klimapilgern.de.

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