Schwestern: Viel Arbeit, kein Geld

Bericht über schlechte Arbeitsbedingungen von Ordensfrauen

In der katholischen Kirche arbeiten viele Ordensfrauen laut einem Artikel der vatikanischen Zeitschrift „Donne, Chiesa, Mondo“ (Frauen, Kirche, Welt) für zu wenig oder gar kein Geld. Zudem werde ihre Arbeit oft nicht gewürdigt, so das Fazit in der aktuellen Ausgabe des Blattes. Vielfach behandelten Kleriker Ordensfrauen wie niedere Bedienstete, klagen mehrere Schwestern, die in dem Beitrag zu Wort kommen. Dahinter stecke oft die Vorstellung, „dass ein Priester alles und eine Nonne nichts ist“.

Oftmals arbeiteten Ordensfrauen ohne Vertrag für einen Bischof oder Pfarrer. Von morgens vor dem Frühstück bis spät abends, wenn der Haushalt aufgeräumt hinterlassen werde. Darunter leide oft auch das Gemeinschaftsleben der Schwestern. Zum einen, weil ihnen gemeinsame Zeit fehle, aber auch Geld. Als einzelne Ordensfrau, die Armut gelobt habe, brauche sie nicht viel, aber von etwas müsse ihre Gemeinschaft schon leben, sagt eine der Befragten. „Eine Mitschwester stimmt in unserer Nachbarpfarrei die Lieder an und hält Vorträge in der Fastenzeit“, wird eine weitere Betroffene zitiert. „Dafür sieht sie keinen Cent; aber wenn der Pfarrer kommt, um bei uns Messe zu feiern, will er 15 Euro.“

Ordensfrauen als Bedienstete

Verantwortung für die Zustände trügen nicht immer nur die Männer, heißt es. Ein Professor sei schockiert gewesen, weil einer sehr guten Studentin von ihrer Ordensleitung nicht gestattet worden sei, nach dem Lizenziat weiterzustudieren. Eine andere promovierte Theologin sei von einem auf den anderen Tag zu Wäscherei und Küchenarbeiten abgeordnet worden. Oft heiße es dann: Ordensfrauen dürften nicht stolz sein.

Viele Ordensfrauen kämen aus Gemeinschaften, die entstanden seien, um den Armen zu dienen, erläutert eine Nonne. Daraus habe sich langfristig eine Einstellung entwickelt, als könne man sie wie Bedienstete überall hinschicken.