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Der Künstler starb im Alter von 89 Jahren. Die Werke des tiefgläubigen Katholiken stehen etwa in Münsters Paulusdom und in Kevelaer.
Der Künstler Bert Gerresheim ist tot. Er starb am Mittwoch (17.07.2025) im Alter von 89 Jahren in seiner Heimat Düsseldorf, wie die Stadt heute mitteilte.
Gerresheim war als Bildhauer vor allem für seine großen Bronzeskulpturen bekannt, die häufig geistliche Motive zum Inhalt hatten. Im Bistum Münster stammt etwa der Kreuzweg im Chorumgang des Paulusdoms von ihm. Dort stellt er biblische Figuren der Passion Jesu durch Selige und Heilige der Kirchengeschichte dar - beispielsweise den seligen Priester Karl Leisner.
Auch eine große Kreuzigungsgruppe an der äußeren Nordseite der Kathedrale wurde von Gerresheim geschaffen - darin zeigt er unter dem Kreuz die Bistums-Seligen Anna Katharina Emmerick und Schwester Maria Euthymia sowie einen Hinweis auf die heilige Edith Stein. Ihnen gegenüber steht Kardinal Clemens August von Galen, abseits und etwas tiefer der münstersche Wiedertäuferkönig Jan van Leiden.
Gläubiger Christ
Für den niederrheinischen Wallfahrtsort Kevelaer schuf er mehr als 50 Plastiken, vor allem mehrere Portale der Wallfahrtsbasilika, zudem das Bronzerelief „Der wiederkehrende Christus“ (Kevelaerer Apokalypse).
Zu Gerresheims Werk gehören zudem zahlreiche Skulpturen auf öffentlichen Plätzen und in Kirchen. 1981 schuf er das anfangs umstrittene Heinrich-Heine-Denkmal in Düsseldorf in Form einer Totenmaske. In Köln und Berlin finden sich von ihm Denkmäler der von den Nationalsozialisten ermordeten Ordensfrau Edith Stein (1891-1942).
Leben für die Kunst
Gerresheim wurde am 8. Oktober 1935 in Düsseldorf geboren. Ab 1956 studierte er bei Otto Pankok an der Düsseldorfer Kunstakademie. Es folgte ein Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Germanistik an der Universität Köln, das er 1963 mit dem Staatsexamen abschloss.
Mehrere Auslandsreisen führten ihn anschließend nach Rom und Florenz. 1967/68 hielt er sich mit einem Stipendium an der Villa Massimo in Rom auf. Ab den 70er Jahren wandte sich der Zeichner zunehmend der Bildhauerei zu, besonders Plastiken aus Bronze.
Eintritt in Franziskanerorden
Gerresheim verarbeitete in seinen Werken mehrere Stilrichtungen. War in seinen Anfangsjahren der Surrealismus maßgebend für seine Arbeit, wandte er sich Ende der 60er Jahre zunehmend dem Realismus zu. Oft spielten religiöse Bezüge eine Rolle im Werk von Gerresheim, der vor Jahrzehnten in den weltlichen Zweig des Franziskanerordens eintrat.
„Was das Leben, was der Tod und was Erfolg ist, weiß ich nicht“, sagte der Bildhauer selbst vor einigen Jahren der Kölner Kirchenzeitung. Den Tod betrachte er als Bruder. Doch mit gefalteten Händen wolle er nicht beerdigt werden: „Meine Arme sollen neben dem Körper liegen. Ich will doch in einem anderen Leben weiter arbeiten können“, so Gerresheim damals.