KULTUR

Seltenes Ereignis: Neue Orgel in Wallfahrtsbasilika Bethen gesegnet

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Das Vorgängerinstrument war in die Jahre gekommen, Pfeifen fielen immer wieder aus. Wie die Pfarrei den finanziellen Kraftakt gestemmt hat.

Das gibt es nur noch selten, umso größer war die Freude. Seit 2017 hat die Kirchengemeinde St. Marien Bethen auf diesen Moment hingearbeitet, seit Sonntag hat ihre Wallfahrtsbasilika eine funkelnagelneue Orgel. 800.000 Euro hat sie gekostet, mit 28 Registern kann sie über einen freistehenden Spieltisch ein Haupt- und ein Schwellwerk 2.004 Pfeifen zum Klingen bringen. Das berichtet die Pressestelle des Bischöflichen Offizialats in Vechta.

Die Orgel ersetzt ihre Vorgängerin, die in die Jahre gekommen war und erhebliche Mängel aufwies. Töne fielen aus, Pfeifen waren verstimmt und ganze Register konnten nicht oder nur selten genutzt werden. In einem Gutachten wurde damals bescheinigt, dass diese Situation auch durch eine kostenaufwändige Reparatur nicht zufriedenstellend gelöst werden könne. Deshalb hatte sich die Pfarrei für einen Neubau entschieden.

„Ein Traum geht in Erfüllung“

Am Sonntag wurde sie während einer besonders musikalisch gestalteten Eucharistiefeier in der vollbesetzten Basilika gesegnet. Wie vielseitig die Fähigkeiten des neuen Instrumentes sind, erlebte die Festgemeinde dank der Organisten Barbara und Christian Kienel schon in der ersten Stunde. Sie wurden vom Basilikachor Bethen, dem gemischten Chor Varrelbusch sowie der Solistin Sigrid Buschenlange unterstützt.

„Ein Traum geht in Erfüllung“, sagte Pfarrer Dirk Költgen in seiner Predigt. Der Tag sei eine Zäsur im Leben der Pfarrei. In einer Gemeinschaftsleistung sei mit dem neuen Instrument von Orgelbaumeisters Dirk Eule ein Meisterwerk entstanden. Költgen dankte den Spendern, dem Orgelbauverein und allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die das große Projekt ermöglichten. 

„Gott ist ein Organist“

„Gott ist ein Organist, wir sind das Orgelwerk“, zitierte der Geistliche aus einem Gedicht des Barockdichters Angelus Silesius. Es sei interessant, dass eine Orgel überhaupt geweiht werde, bei anderen Instrumenten, die im Gottesdienst verwendet werden, sei das anders. Orgelspielen wolle gelernt sein, „begabte Musiker spielen nicht einfach, sie geben sich ihrem Spiel hin. Organisten beleben das Instrument!“, betonte der Wallfahrtsrektor. Da könne man Parallelen zu Gottes Schöpfung ziehen. Gott belebe die Menschen, er setze Harmonien und Disharmonien und nicht immer wisse man, was das Spiel zu bedeuten habe. Es komme auf jedes Detail an, jede Schraube, jede Pfeife an, „die Orgel ist ein Gesamtkunstwerk.“ 

Orgelbaumeister Dirk Eule war mit einer kleinen Abordnung seiner großen Orgelmanufaktur aus Bautzen zur Einweihung gekommen. Er dankte für die gute Zusammenarbeit in siebeneinhalb Jahren der Planungs- und Fertigungszeit. „Es ist vollbracht. Wir freuen uns, ihnen als Gemeinde das jüngste Kind der Eule-Familie übergeben zu dürfen.“

Minister zollt Respekt

Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Falco Mohrs (SPD),  überbrachte die Grüße der Landesregierung. „Ich bin beeindruckt!“, sagte er. Dank vieler Jahre großen Einsatzes habe es die Kirchengemeinde geschafft, die neue Orgel so zum Klingen zu bringen. „Respekt und Anerkennung für das, was sie hier geleistet haben“, betonte der Kulturminister. 

In seinem Grußwort wünscht Weihbischof Wilfried Theising, dass die neue „Orgel über Generationen hinweg Menschen berührt, dass sie die großen Feste des Kirchenjahres und die vielen Wallfahrten ebenso wie die Stille des Gebets begleitet und „dass ihr Klang uns immer wieder neu ins Staunen bringt über die Größe Gottes.“

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