Lutherbibel in 14 Druckausgaben für unterschiedliche Zielgruppen

Bibel verkauft sich derzeit gut – Bisher kein Termin für App

Die Bibel verkauft sich – und das hunderttausendfach. Dies berichten das Katholische Bibelwerk und die evangelische Deutsche Bibelgesellschaft, die in Stuttgart sitzen. Gründe sind neue Übersetzungen, die beide Kirchen in den vergangenen Wochen vorgestellt hatten, sowie das Reformationsgedenken 2017. Über das starke Interesse an den Ausgaben zeigen sich beide Verlage überrascht.

Die „Lutherbibel 2017“ erscheint auch in digitalen Formaten, etwa als E-Book, App und Computersoftware. Sie kann bis zum 31. Oktober 2017 kostenlos als App für Smartphones und Tablets heruntergeladen werden, wie bereits auf der Frankfurter Buchmesse angekündigt worden war. Für die neue katholische Einheitsübersetzung steht dagegen bisher kein Auslieferungstermin für die App fest. Vom zweiten Quartal 2017 an soll sie zunächst als E-Book erhältlich sein, wie Bibelwerk-Geschäftsführer Joachim Traub am Donnerstag dem Internetmagazin katholisch.de sagte. „Der nächste Schritt ist dann die im Internet frei zugängliche Version.“

Erste Auflage bis Ostern verkauft?

Das Katholische Bibelwerk veröffentlicht von der Heiligen Schrift in der gerade überarbeiteten Einheitsübersetzung zwei Standardausgaben in schwarz-weiß, die zusammen eine erste Auflage von 150.000 Stück haben. Eine mehrfarbige Ausgabe mit einer Auflage von 50.000 wird in diesen Tagen angedruckt und soll ab Mitte Januar im Handel verfügbar sein. Der zweite Verlagsgeschäftsführer Winfried Kuhn zeigte sich optimistisch, dass die Bücher bis Ostern verkauft seien. Die Nachfrage sei sehr groß, das Lesen in der Heiligen Schrift so aktuell wie nie zuvor.

Die evangelische Bibelgesellschaft veröffentlichte für verschiedene Zielgruppen 14 Druckausgaben der gerade neu übersetzten Lutherbibel, die insgesamt eine Startauflage von 260.000 Stück haben. Die meisten sind verkauft. Eine sogenannte Jubiläumsbibel mit 45.000 Exemplaren ist derzeit nicht mehr erhältlich und wird nachgedruckt. Der Erfolg dieses Buchs mit farbigen Sonderseiten, die Leben und Werk des Reformators Martin Luther beleuchten, sei nicht absehbar gewesen, heißt es. Die Bibel sei offenbar für Menschen aller Bildungsschichten interessant, und kein Buch habe so sehr die deutsche Sprache geprägt wie das Kulturgut Lutherbibel.

Alte Einheitsübersetzung „nicht plötzlich 'ungültig' oder gar 'falsch'“

Bibelwerk-Geschäftsführer Traub sagte im Interview mit katholisch.de, dass die Ursache für die vorerst fehlende digitale Version „einzig und allein die Grundentscheidung für eine stufenweise Umsetzung“ sei. Die Fassung der Einheitsübersetzung, die momentan im Internet sei, sei „ja auch mit dem Vorliegen des überarbeiteten Textes nicht plötzlich 'ungültig' oder gar 'falsch'“.

Die Bibel als App oder Druckversion sei ein Produkt, das Ressourcen beanspruche und Kosten verursache. „Für die App wäre konkret etwa denkbar, dass man den Bibeltext selbst gratis zur Verfügung stellt und für die Features einen kleinen Beitrag seitens der Nutzer verlangt“, so Traub. Darüber sei noch keine Entscheidung gefallen.