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Kölner Generalvikar zu "Geheimvermerken" über beurlaubten stellvertretenden Stadtdechanten

"Bild" belastet Woelki erneut - Erzbistum weist Vorwürfe zurück

  • Erneut belastet ein Bericht der "Bild"-Zeitung den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, im Fall des beurlaubten stellvertretenden Düsseldorfer Stadtdechanten D. Missbrauch vertuscht zu haben.
  • Das Erzbistum weist die Vorwürfe zurück. Ein von der Zeitung als "Geheimvermerk" bezeichnetes Schriftstück sei weder geheim noch neu.
  • Der Kölner Generalvikar Markus Hofmann betonte im WDR, das Verhalten des Priesters sei damals weder nach kirchlichem noch nach weltlichem Recht eine Straftat gewesen.
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Der Kölner Generalvikar Markus Hofmann hat die Beförderung eines Geistlichen verteidigt, der sexuellen Kontakt zu einem 17 Jahre alten Prostituierten hatte. Es habe sich um einen einmaligen Vorfall im Jahr 2001 gehandelt, den der Geistliche gestanden und bereut habe, sagte Hofmann am Mittwochabend in der WDR-Lokalzeit aus Köln. Der Priester habe eine Abmahnung bekommen und eine Therapie gemacht. An deren Ende habe ihm der Experte eine unbeschränkte Einsetzbarkeit attestiert, weil es sich um eine einmalige aufgearbeitete Verhaltensweise gehandelt habe.

Das Verhalten sei damals weder nach kirchlichem noch nach weltlichem Recht eine Straftat gewesen, sagte Hofmann. "Wenn jemand Reue zeigt, wenn jemand geständig ist, wenn jemand daran arbeitet, dass sich sein Verhalten ändert, denke ich, kann man ihm auch eine Chance geben." 2017 hatte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki Pfarrer D. zum stellvertretenden Stadtdechanten in Düsseldorf ernannt, der in der Kommune Repräsentationsaufgaben für die Kirche wahrnimmt.

Erzbistum: Anonyme und abgestrittene Vorwürfe

Auf weitere mögliche Verfehlungen des Geistlichen angesprochen sagte Hofmann, dass es sich dabei lediglich um anonyme und abgestrittene Vorwürfe und Gerüchte gehandelt habe. Zum Zeitpunkt der Ernennung sei der Vorfall aus dem Jahr 2001 "das einzige sichere Faktum" gewesen. Das Erzbistum sei den Gerüchten aber nachgegangen und habe durch "eigene Anstrengungen" Ende 2020 eine klare Aussage bekommen und den Geistlichen bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf angezeigt. Deren Sprecher sagte auf Anfrage, man habe am Dienstag die Ermittlungen wegen Verjährung eingestellt. Der Vorwurf bezieht sich laut Erzbistum auf das Jahr 1995.

Nachdem der Fall Anfang der Woche öffentlich geworden war, wurde der Geistliche beurlaubt. Sein Wirken in seiner Gemeinde sei "nicht mehr fruchtbar möglich", so Hofmann. Der Pfarrer dürfe aber nicht vorverurteilt werden. Unabhängig von der Entscheidung der Staatsanwaltschaft werde die kirchenrechtliche Untersuchung weitergeführt.

Vorfall mit 17-jährigem Prostituierten

Unterdessen widersprach das Erzbistum einem Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach ein dreiseitiger Geheimvermerk aus dem Jahr 2018 Woelki schwer belaste. Das Material sei weder neu noch geheim und dem Kölner Strafrechtler Björn Gercke für sein im März vorgestelltes Missbrauchsgutachten zur Verfügung gestellt worden. Gercke sei zu dem Ergebnis gekommen, das der Kardinal hier keine Pflicht verletzt habe. Aus den Dokumenten geht laut "Bild" hervor, dass ein Gemeindemitglied Woelki 2010 persönlich darüber informiert habe, dass D. "kein normales Verhältnis zu Messdienern hatte".

Auch das Gutachten Gerckes berichtet über den Vorfall mit dem 17 Jahre alten Prostituierten, der nach damaligem Kirchenrecht nicht als minderjährig galt. Auch im weltlichen Strafrecht lag damals das sogenannte Schutzalter bei 16 Jahren. Zudem wurde D. laut Gercke 2010 von einem Diakon beschuldigt, dessen damals 16-jährigem Patensohn Pornofilme gezeigt und mit ihm die Sauna besucht zu haben, was der Priester bestritt.

2018 Übermittlung an Glaubenskongregation

Laut Gercke beschuldigte ebenfalls 2010 eine volljährige Person den Priester, ihn sexuell belästigt zu haben. Diesen Vorwurf wies der Geistliche ebenso von sich wie anonyme Anschuldigungen aus den Jahren 2010 und 2015, Minderjährige sexuell missbraucht zu haben.

2015 wurde im Rahmen der Aufarbeitung der Altfälle durch die Interventionsstelle des Erzbistums der Verdachtsfall aus dem Jahr 2001 erneut geprüft, wie es im Gutachten weiter heißt. Dieser wurde dann 2018 der Glaubenskongregation im Vatikan übermittelt.

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