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Buch von Andreas Lechtape und Hans-Peter de Boer

Bildband präsentiert Kirchen und Kapellen im Münsterland

Der Fotograf Andreas Lechtape und der Kunsthistoriker Hans-Peter de Boer, ehemaliger Kulturdezernent der Bezirksregierung, zeigen in ihrem neuen Buch nicht nur Kirchen in den Städten, sondern auch in kleinen Orten des Münsterlandes.

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Eingefleischte Münsterländer kennen Welbergen, Höpingen, Elte, Vinnenberg, Aulendorf, Bent­lage, Marienfeld und Gravenhorst. Es sind Bauerschaften, kleine Ortsteile und Dörfer, die eins gemeinsam haben: ein Gotteshaus inmitten des Lebensumfeldes der Bewohner ringsherum. Auch diesen Kirchenbauten in den Landgemeinden widmet sich ein Buch, das jüngst im Aschendorff-Verlag Münster erschienen ist.

Es ist ein Gemeinschaftswerk des Fotografen Andreas Lechtape und des früheren
Kulturdezernenten der Bezirksregierung Münster, Hans-Peter de Boer. Sie haben sich auf
Spurensuche begeben und im Münsterland viele Kirchen, Klöster und Kapellen besucht, die sich lohnen, einmal auch kunsthistorisch näher betrachtet zu werden.

Gerade im Kirchenbau des Münsterlandes können viele Spuren der Geistes- und Kunstgeschichte entdeckt werden: Neben den Pfarrkirchen in den bis 1800 bestehenden fast 130 Landgemeinden des Oberstifts Münster stehen die Gotteshäuser in den kleinen Städten. Hier wie dort siedelten sich Klöster und Stifte an, die den verschiedenen Ordensgemeinschaften unterstellt sind. Beliebte Ziele sind auch die Wallfahrtskirchen und Kapellen wie Stromberg, Eggerode, Telgte und der Annaberg bei Haltern.

Cover des Buchs „Kirchen, Klöster & Kapellen im Münsterland“Buchtipp:
Hans-Peter Boer/Andreas Lechtape
„Kirchen, Klöster & Kapellen im Münsterland“
180 Seiten, 29,95 €
Verlag Aschendorff, Münster 2017
ISBN 978-3-402-13230-2

Der Band stellt zahlreiche Kirchen und deren Kunstausstattung zumeist in mehreren Bildern vor. Kurze Texte geben Hinweise zur Geschichte der Kirche, zur Bauweise und zur sakralen Kunst. Dass neben den „berühmten“ Kirchen wie dem St.-Paulus-Dom und der Überwasserkirche in Münster, St. Johann in Billerbeck und St. Remigius in Borken, um nur einige zu nennen, auch die kleinen Landgemeinden in den Blick genommen werden, macht das Buch interessant.

 

Selbstbewusste Bauerschaft

 

So zeugt die Kapelle in Aulendorf vom Selbstbewusstsein einer abgelegenen münsterländischen Bauerschaft, wie Hans-Peter de Boer schreibt: Im Jahr 1746 wird den Einwohnern der Bauerschaft Aulendorf, die weit ab von der Pfarrkirche zu
Billerbeck liegt, die Erlaubnis erteilt, ein Kapellchen oder Oratorium anzulegen, in dem eine Frühmesse gehalten werden darf. Zugleich soll die Einrichtung als Schule dienen.
Die Aulendorfer errichteten zur Kapelle und Schule später ein Gasthaus und ein Spritzenhaus  (Feuerwache), um so auch ihre Unabhängigkeit zu demonstrieren. 14 Bauernhöfe, die auch die „Vierzehn Heiligen“ genannt werden, trugen über Jahrzehnte genossenschaftlich diese Einrichtungen und nahmen reihum an Samstagen und Sonntagen einen Pater aus Münster als Zelebranten für den Sonntagsgottesdienst auf.

Um 1890 bauten sich die 14 Aulendorfer Familien eine neugotische Kapelle, die trotz ihrer geringen Größe dreischiffig angelegt ist. Im späten 20. Jahrhundert wurde die Kapellenstiftung in einen gemeinnützigen Verein überführt.

Wer den reich bebilderten Band zur Hand nimmt, entdeckt viele exzellente Kunstwerke, die für den Münsterländer praktisch vor der Haustür liegen. „Das Buch möchte Anregungen zur ruhigen Betrachtung, zur Exkursion ins Münsterland und zum eigenen weiteren Nachspüren auf anderen Pfaden geben.“ So der Wunsch der Autoren.
Doch wer sich auf den Weg macht, eine abgelegene Kapelle aufzusuchen oder die Kirche in einer Stadt, sollte vorher im Pfarrbüro nachfragen, zu welchen Zeiten das Gotteshaus
geöffnet ist.

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