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Rund um St. Andreas werden kirchliche Angebote konzentriert

Bis zu 12 Millionen Euro: Pfarrei startet Bauprojekt in Cloppenburg

  • Anfang Februar hat mit vorbereitenden Abrissarbeiten das Millionen-Projekt "Neugestaltung rund um St. Andreas Cloppenburg" begonnen.
  • Die Pfarrei will damit ihr Angebot modernisieren und konzentrieren.
  • Noch ist allerdings unklar, wie sehr die Kostenexplosion auf dem Bausektor auf das Projekt durchschlägt.
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Mehrere Gebäude sind schon weg, das alte Pfarrheim folgt noch. Auf der Ostseite des Geländes um die Cloppenburger St.-Andreas-Kirche schieben Bagger Abbruchreste zusammen. An einer anderen Ecke buddeln Archäologen nach Hinweisen auf die Vergangenheit. Alles wichtige Vorarbeiten für eines der größten Gemeinde-Bauprojekte der letzten Jahre im Bistum Münster, das Anfang Februar begonnen hat.

Rund um die Cloppenburger Pfarrkirche sollen bis 2024 ein Pfarrzentrum, ein Verwaltungsgebäude, ein Beratungshaus und eine Bücherei mit Medienzentrum entstehen. Wenn alles fertig ist, werden rund 12 Millionen Euro verbaut sein. Falls es günstig läuft.

Kalkulationen sind mit Vorsicht zu genießen

„Genau vorhersagen lassen sich die Kosten derzeit nicht“, sagt Hermann Schröer. Er ist Vorsitzender des Kirchenausschusses und kennt die Unwägbarkeiten, gerade mit Blick auf Pandemie und gestörte Lieferketten. „Wir wissen nicht, wie sich die Preise entwickeln“, sagt er. Deshalb sind alle Kostenkalkulationen noch mit viel Vorsicht zu genießen.

Die bisher gehandelten Summen machen dennoch die Dimension des Vorhabens deutlich. Fest beschlossen ist derzeit der Bau von drei Gebäudekomplexen: ein neues Pfarrheim für 2,8 Millionen Euro, ein Verwaltungszentrum (1,3 Millionen Euro) und ein so genanntes Beratungshaus (4,3 Millionen Euro). Wenn alles wie derzeit geplant verwirklicht werden kann und die Preise stabil bleiben, geht es um rund 8,7 Millionen Euro.

Bis 2024 soll das Projekt abgeschlossen sein

Über ein Medienzentrum (3,5 Millionen Euro) laufen zurzeit Gespräche mit der Stadt Cloppenburg und dem Bischöflich Münsterschen Offizialat Vechta. „Die dazu gehörige katholische Bücherei erfüllt in Cloppenburg die Funktion einer Stadtbücherei“, sagt Hermann Schröer. Deshalb müsse man darüber verhandeln, wie sehr sich die Stadt an den Kosten beteiligt.

Doch auch ohne Medienzentrum bleibt das Ganze eine Mammutprojekt für die Pfarrei, zu der rund 15.000 Mitglieder zählen. Allerdings ein notwendiges Mammutprojekt, wie Hermann Schröer betont: „Wir sehen als St.-Andreas-Pfarrei in Cloppenburg, dass wir uns auf ein Zentrum einigen und dieses Zentrum stärken müssen. Und dieses Zentrum ist die St.-Andreas-Kirche und ihr Umfeld. Darauf wird sich das Leben in Zukunft konzentrieren und konzentrieren müssen.“

St. Andreas soll das neue Zentrum werden

Auch wenn es in der Bauphase praktisch sei, auf die zahlreichen Gebäude der anderen Gemeindeteile in der Stadt ausweichen zu können – auf Dauer geht die Pfarrei von einer Verkleinerung des Angebots aus. Der Kirchenausschussvorsitzende hat dabei auch die geplanten Strukturveränderungen im Bistum Münster im Blick. „Wir sprechen über Pastorale Räume, wo wir Dinge zusammenfassen, da können wir in Cloppenburg nicht sagen: Alles bleibt so wie es war.“

Die Pfarrei plant, ihre neuen Gebäude nach den Anforderungen für energieeffizientes Bauen zu errichten. Zum Beispiel mit einer Wärmepumpe, kombiniert mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach und – nach Vorgabe des Denkmalschutzes – farbigen und nicht als solche erkennbaren Solarzellen. Erdwärme wird dabei nicht zum Einsatz kommen. „Dafür müssten wir etwa zehn Spieße in die Erde treiben, 30, 40 Meter tief. Und wir müssten den Kirchplatz nutzen. Das wollen wir auch wegen der Totenruhe nicht.“

Archäologen finden viele Gebeine

Die Archäologen finden bei ihren Arbeiten rund um die Kirche ohnehin schon viele Gebeine. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts haben die Cloppenburger hier ihre Toten bestattet. Die Funde werden gesammelt und sollen später würdig auf dem neuen Cloppenburger Friedhof bestattet werden.

Auch die Kosten für die Arbeit der Archäologen ist Teil der Gesamtinvestition, deren Verteilung Hermann Schröer aufzählt: „Das Offizialat ist zurzeit mit rund 2,3 Millionen Euro im Boot. Die Kirchengemeinde übernimmt 6,3 Millionen Euro. Rund 2 Millionen stammen aus Eigenmitteln, 4,3 Millionen sollen langfristig über die Mieteinnahmen des Beratungshauses finanziert werden.“

Und wenn alles am Ende viel teurer wird, Stichwort Kostenexplosion? „Die Ausschreibungen für die Hauptgewerke sind verschickt“, sagt der Kirchenausschuss-Vorsitzende. „Wenn die Angebote kommen, dann sehen wir, wo es hinläuft.“ Gibt es eine Alternative? „Die Alternative wäre, die Baumaßnahmen dann einzustellen. Aber ich weiß nicht, ob das wirklich eine Alternative ist.“

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