Ökumenischer Gottesdienst in Oldenburg

Bischöfe Adomeit und Theising feiern Eröffnung des Kirchenjahres

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in Oldenburg haben der evangelische Bischof Thomas Adomeit aus Oldenburg und Weihbischof Wilfried Theising aus Vechta den Advent und das neue Kirchenjahr eröffnet. „Ökumene ist in Deutschland inzwischen für viele Gläubige eine Selbstverständlichkeit“, sagte Theising in der katholischen Forumskirche St. Peter. Aber nur wenigen sei bewusst, dass sie 1966 im Oldenburger Land ihren Anfang genommen habe. Die hier geführten Gespräche hätten für die Ökumene in der Bundesrepublik viele Impulse gesetzt.

Die ökumenische Eröffnung des Kirchenjahres ist nach Angaben der Pressestelle des Bischöflich Münsterschen Offizialates seit 2009 in der Nordwest-Region Tradition. Stets predigt in der evangelischen Kirche der katholische Bischof und umgekehrt in der katholischen Kirche der evangelische Bischof.

Adomeit: Wenig Platz für Freude und Lobgesang

„Ich freue mich sehr, dass ich die heutige Eröffnung erstmals mit Bischof Thomas Adomeit feiern kann“, sagte Theising, der als katholischer Bischof für das Oldenburger Land zuständig ist. „Ich bin mir sicher, dass auch wir die Ökumene im Oldenburger Land gut weiterführen werden“, ergänzte der Weihbischof mit Blick auf Adomeit. Dieser ist am 29. September zum Bischof der evangelischen-lutherischen Landeskirche Oldenburg gewählt worden.

„Haben wir wirklich Grund zum Jubel, wie es eben im Evangelium getan wurde?“, fragte Bischof Thomas Adomeit in seiner Predigt. Die Probleme für die Landwirtschaft aufgrund der Trockenheit machten ihn ebenso betroffen wie die Polarisierung in der Gesellschaft, die Schere zwischen arm und reich, Hunger, Kriege und Vertreibung oder sexualisierte Gewalt auch in den Kirchen. Für Freude und Lobgesang sei da wenig Platz. Aber die bevorstehende Ankunft des Herrn mache im Advent Freude.

Kritik an in China geborenen Retortenbabys

Dass Gott Mensch geworden sei, heiße aber nicht, dass der Mensch Gott geworden sei, betonte Adomeit. Klar sprach er sich am Beispiel der kürzlich in China geborenen Retortenbabys gegen Eingriffe in die menschliche Natur aus. Wer wenig Gottesfurcht habe, denke, selbst Gott spielen zu können. „Was für eine extreme Form des Hochmuts“, beklagte Adomeit.

Es gebe viel zu tun, etwa gegen Armut und Hunger einzutreten oder für Frieden und für Gerechtigkeit, erklärte der Bischof. „Wie gut, dass wir unsere evangelischen und katholischen Kräfte bündeln. Gemeinsam tragen wir die Botschaft in unsere Städte, in unsere Region, in die Welt.“ Jesus Christus werde in der Gesellschaft dringend gebraucht. 

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahm die Choralschola der Forumskirche. Die Orgel spielte Manuel Uhing. Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Gläubigen zu einem Empfang in das Forum St. Peter eingeladen.