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Erklärung des Ständigen Rats zehn Jahre nach Bekanntwerden des Skandals

Bischöfe bitten bei Missbrauchs-Aufarbeitung um Geduld

Zehn Jahre nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche in Deutschland bitten die Bischöfe um Geduld bei der weiteren Aufarbeitung.

Zehn Jahre nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche in Deutschland bitten die Bischöfe um Geduld bei der weiteren Aufarbeitung. Die aus der jüngsten Missbrauchs-Untersuchung, der sogenannten MHG-Studie, erwachsenen Vorhaben bräuchten Zeit zur Bearbeitung, erklärten die Bischöfe bei ihrer turnusmäßigen Sitzung in Würzburg, dem Ständigen Rat: „Diese Zeit brauchen wir und wir hoffen dafür auf Verständnis; aus der Verantwortung werden wir uns nicht nehmen.“

Zu diesen Vorhaben zählen die Bischöfe unter anderem ein „verbindliches überdiözesanes Monitoring für die Bereiche der Aufarbeitung, Intervention und Prävention“, standardisierte Personalakten von Klerikern und „die Fortentwicklung des Verfahrens zur materiellen Anerkennung erlittenen Leids“.

Kein konkreter Zeitplan in der Erklärung

Zur Entschädigungsfrage hatte im September eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung von Kirchenvertretern und Opfern zwei Modelle vorgeschlagen: eine Pauschale von 300.000 Euro pro Opfer oder ein abgestuftes Verfahren, bei dem je nach Schwere zwischen 40.000 und 400.000 Euro gezahlt werden. Umstritten ist, ob Entschädigungen auch aus Kirchensteuermitteln bezahlt werden können.

Aus der Erklärung des Ständigen Rats geht kein konkreter Zeitplan hervor. Die Bischöfe betonten, sie seien seit 2010 in der Aufarbeitung erheblich weitergekommen, „wenn auch noch vieles vor uns liegt“. Als Fortschritte werteten sie die Leitlinien, die inzwischen eine rechtlich bindende Ordnung für die gesamte Kirche in Deutschland seien, und die mehrfach überarbeitete Rahmenordnung Prävention.

Bischöfe: Perspektive der Betroffenen hat Vorrang

Dazu komme eine konsequente Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden, mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung und ein intensiver Austausch mit dem Vatikan. Ferner nennen die Bischöfe die Entwicklung von universitären Lehrangeboten in Rom und die gesellschaftliche Debatte über das Thema, „an der wir uns als Kirche selbstverständlich beteiligen“.

Abschließend halten die Bischöfe fest: „Wir stehen zu unseren vor zehn Jahren gemachten Aussagen. Wir arbeiten weiter an der Bekämpfung dieses Verbrechens. Wir werden uns auch künftig zuallererst an der Perspektive und den Bedürfnissen Betroffener orientieren. Unsere Zusammenarbeit mit kirchlichen und zivilen Stellen werden wir kontinuierlich fortsetzen.“

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