Nach Vorwürfen gegen den deutsch-türkischen Moscheeverband

Bischöfe: Ditib muss konsequent gegen Judenhass vorgehen

Die katholischen Bischöfe in Deutschland fordern den deutsch-türkischen Moscheeverband Ditib auf, das Thema „Judenhass innerhalb des eigenen Verbandes offen zu thematisieren und konsequent dagegen vorzugehen“. Antisemitismus  – von welcher Seite auch immer – dürfe „in unserer Gesellschaft keinen Platz haben“ und müsse „entschlossen bekämpft werden“, betonten die Bischöfe Georg Bätzing und Ulrich Neymeyr  am 2. Februar in Bonn. Bätzing ist Vorsitzender der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog in der Deutschen Bischofskonferenz, Neymeyr ist Vorsitzender der Unterkommission für der religiösen Beziehungen zum Judentum.

Antisemitische Phänomene

In den vergangenen Tagen hätten Medienberichte antisemitische Phänomene innerhalb des islamisch-türkischen Verbandes aufgedeckt, erklärten die Bischöfe weiter. „Diese Vorkommnisse berühren uns auch deshalb, weit Ditib zu den muslimischen Gesprächspartnern der Deutschen Bischofskonferenz gehört“.

Hassparolen in türkischer Sprache

Anfang der Woche hatte der Hessische Rundfunk berichtet, dass einzelne Gemeinden Hassparolen in türkischer Sprache ins Internet gestellt hätten. Ditib distanzierte sich daraufhin von antisemitischer Hetze und christenfeindlichen Äußerungen im Internet. Der Ditib-Vorstandsvorsitzende Nevzat Yasar Asikoglu nannte entsprechende Postings am Dienstag in Köln „absolut inakzeptabel“. Der Islam gebiete, die anderen Offenbarungsreligionen anzuerkennen und zu respektieren.

Asikoglu kündigt Konsequenzen an

Zugleich verwies Asikoglu darauf, dass jeder dritte Ditib-Ortsverein juristisch eigenständig sei und damit weitgehend selbstverantwortlich agiere. Dennoch würden entsprechende Untersuchungen stattfinden und Konsequenzen folgen. Der Ditib ist mit 800.000 Mitgliedern der größte islamische Einzelverband in Deutschland.