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Papier zur Seelsorge im Rahmen der Hospiz- und Palliativversorgung

Bischöfe: Leidende Menschen begleiten, nicht den Tod herbeiführen

  • Die letzte Lebensphase alter und kranker Menschen soll würdevoll begleitet werden.
  • Dafür werben die deutschen katholischen Bischöfe in einem Grundlagenpapier.
  • Sie äußern sich auch in der laufenden Debatte um assistierten Suizid.
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Die letzte Lebensphase alter und kranker Menschen soll würdevoll begleitet werden: Dafür werben die deutschen katholischen Bischöfe in einem Grundlagenpapier namens „Bleibt hier und wacht mit mir“. Das von der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz gemeinsam mit Expertinnen und Experten erarbeitete Papier beschreibt die Seelsorge im Rahmen der Hospiz- und Palliativversorgung. Zur Fachgruppe gehörte unter anderen die neue Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Claudia Bausewein.

Angesichts der aktuellen Debatte um den assistierten Suizid gewinne das Papier besondere Relevanz, so die Bischöfe. Die Kirche sehe es als vorrangige Aufgabe an, „leidenden Menschen beizustehen“, schreiben der Vorsitzende der Pastoralkommission, Bischof Franz-Josef Bode, und der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Diakonische Pastoral“, Weihbischof Reinhard Hauke. „Wir möchten ihnen Lebensqualität und Hoffnung vermitteln, auch in scheinbar hoffnungslosen Situationen.“

„Frage der unverlierbaren Menschenwürde“

Unheilbar Kranke verdienten es, auf bestmögliche Weise umsorgt, gepflegt und seelsorglich begleitet zu werden. „Dies entspricht ihrer unverlierbaren Menschenwürde und - theologisch gesprochen - ihrem Sein als Ebenbild Gottes“, so die Bischöfe.

Sie erneuern daher ihre Forderung nach einem Ausbau von Hospiz- und Palliativversorgung. Auch etwa in Pflegeheimen und Kliniken brauche es genügend Personal, um eine gute Sterbebegleitung zu ermöglichen.

WHO zur Seelsorge am Lebensende

Palliative Fürsorge will das Leiden von Schwerkranken und Sterbenden lindern, ohne den Tod vorzeitig herbeizuführen und ihn durch eine Behandlung im Übermaß hinauszuzögern. Gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Seelsorge integrativer Teil der Palliativversorgung. Die Berücksichtigung spiritueller Bedürfnisse zählt zum Handlungskonzept der Palliativversorgung.

Die Sterbehilfe-Debatte steht auch im Zentrum der „Woche für das Leben“ der beiden großen Kirche, die am Samstag beginnt. Hintergrund ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Es hatte im Februar 2020 betont, es gebe ein umfassendes Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Darin sei die Freiheit eingeschlossen, die Hilfe Dritter in Anspruch zu nehmen.

„Gerade am Lebensende auf Beistand angewiesen“

Die Debatte zeige, dass es unterschiedliche Auffassungen über ein „menschenwürdiges“ Sterben gebe, schreiben die Bischöfe. Die Vorstellung eines „Rechtes auf die Herbeiführung des eigenen Todes“ erweise sich dabei als wenig überzeugend. Diese Idee verschleiere, was „wir für ganz zentral halten: Jeder Mensch ist auf Beziehungen und Beistand angewiesen. Diese Bedürftigkeit erweist sich in besonderer Weise an den Grenzen des Lebens, an seinem Anfang wie auch an seinem Ende.“ Kranken und hilfsbedürftigen Menschen dürfe nicht die Bereitschaft versagt werden, ihnen bis zuletzt beizustehen.

Haben Sie Suizidgedanken? Hier gibt es Hilfe
Menschen mit Suizidgedanken können sich an die Telefonseelsorge wenden. Sie ist unter den Rufnummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222 täglich rund um die Uhr erreichbar. Sie berät kostenfrei und anonym. Der Anruf findet sich weder auf der Telefonrechnung noch in der Übersicht der Telefonverbindungen wieder. Es gibt auch eine E-Mail-Beratung. Der Mailverkehr läuft über die Internetseite der Telefonseelsorge und ist daher nicht in Ihren digitalen Postfächern zu finden. Hier geht es zur Telefonseelsorge.

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