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Seligsprechung vor 25 Jahren – Gottesdienste in Xanten und Planegg

Bischöfe Lohmann und Marx würdigen Karl Leisner

  • Weihbischof Rolf Lohmann und Kardinal Reinhard Marx haben in Gottesdiensten an die Seligsprechung des Priesters und Nazi-Gegners Karl Leisner vor 25 Jahren erinnert.
  • Lohmann feierte Gottesdienst in Xanten, wo Leisner begraben ist.
  • Marx feierte in Planegg bei München, wo der spätere Selige starb.
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Weihbischof Rolf Lohmann aus Xanten und Kardinal Reinhard Marx aus München haben in Gottesdiensten an die Seligsprechung des Priesters und Nazi-Gegners Karl Leisner vor 25 Jahren erinnert. Der Selige habe „in dunkler Zeit voller Mut die Wahrheit gesagt, die nur wenige hören wollten“, sagte Lohmann laut Bischöflicher Pressestelle im Xantener Dom, wo Leisner begraben ist.

Auch heute gelte es, Mut zu zeigen und nicht wegzusehen angesichts des Erstarkens rechts- und linksextremer Gruppen. Lohmann erinnerte daran, dass „Menschen anderen Glaubens bedroht werden, jüdische Mitbürger wieder Angst haben müssen, in ihre Synagogen zu gehen“, aber auch daran, dass sich „neue Nationalismen breit machen“, die sich „gegen unsere freiheitliche Grundordnung richten“.

„Vorbild gerade für junge Menschen“

Leisner, der nach einer kritischen Bemerkung über die Nationalsozialisten denunziert wurde, sei ein Vorbild damals wie heute – „gerade auch für die jungen Menschen, denen er durch die Jugendarbeit eng verbunden war“, so Lohmann.

Kardinal Marx sagte in Planegg bei München, Christus sei nicht Vergangenheit, sondern Gegenwart und Zukunft. Das sei Karl Leisner immer klar gewesen, auch im Konzentrationslager Dachau, „wo eine ganze Macht gegen ihn stand“.

„Auftrag, Christus zu bezeugen“

Es komme nicht auf eine Machtdemonstration der Kirche an, sondern darauf, ob „sie Zeugnis ablegt von Christus“. Das gebe Leisner der Kirche mit auf den Weg, so Marx laut Erzbischöflicher Pressestelle. Er feierte Gottesdienst in der Kapelle des Sanatoriums, in dem der spätere Selige nach der KZ-Haft seine letzten Wochen verlebt hatte.

Leisner wurde am 28. Februar 1915 in Rees am Niederrhein geboren. 1939 wurde er verhaftet, 1940 kam er ins KZ Sachsenhausen, später ins KZ Dachau. Dort weihte ihn der inhaftierte Bischof von Clermont, Gabriel Piguet, heimlich zum Priester.

Am 4. Mai 1945 wurde Leisner aus Dachau befreit und nach Planegg gebracht, wo er am 12. August 1945 starb. Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 23. Juni 1996 in Berlin selig.

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