Marx sieht »Aufbruch« – Bedford-Strohm: »Das Leben wird siegen«

Bischöfe verweisen auf ermutigende Kraft von Ostern

Ostern
Der Gekreuzigte lebt - vor dem Kreuz leuchtet das neue Licht von Ostern.Foto: Michael Bönte

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben zu Ostern an Konflikte und religiöse Verfolgung in aller Welt erinnert. Zugleich verwiesen sie auf die ermutigende Kraft der Osterbotschaft.

Es gehe darum, die österliche Perspektive des neuen Lebens und des Aufbruchs ernst zu nehmen, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Ostersonntag in München. Sie gehöre zur christlichen Identität und inspiriere damit auch Europa.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Heinrich Bedford-Strohm, erklärte, angesichts von Terror, Krieg und Krankheit seien Ermutigung und Stärkung besonders wichtig. Ostern wolle den Menschen Mut machen. Kern der Osterbotschaft sei, »dass am Ende nicht Hass und Tod siegen werden, sondern das Leben«.

Koptischer Bischof: Für Gewalttäter beten

Es gehe an Ostern nicht um Illusion oder eine Verdrängung der Realität, sagte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. Es gebe dem Leben »mitsamt seinem Kreuz und Leid einen ungeheuren Tiefgang und Sinn«, dass der gekreuzigte und auferstandene Jesus die Menschen in seine Lebensgemeinschaft aufnehme. Das Mitgefühl der Christen gelte tausenden Flüchtlingen und jenen Kopten, die am Palmsonntag in Ägypten ihr Leben verloren hätten.

Der koptisch-orthodoxe Bischof in Deutschland, Anba Damian, rief auch zum Gebet für Gewalttäter auf. »Kein Kind wird als Gewalttäter geboren, sondern als Ebenbild Gottes.« Die Gläubigen sollten dafür beten, dass die Herzen der Täter »das Böse erkennen und sich zum Guten wenden«.

Einsatz für das menschliche Leben angemahnt

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger kritisierte, einige wenige Menschen stellten die eigenen Machtinteressen über das Leben unschuldiger Kinder, Frauen und Männer. Er erinnerte an die Terroranschläge in St. Petersburg, Stockholm und auf Kirchen in Ägypten sowie an die Opfer der Hungerkatastrophe in Ostafrika und den Krieg in Syrien.

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße bezeichnete Ostern als »Begründung und Einladung dafür, die Kultur des Humanen zu bewahren und zu stärken«. Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker rief dazu auf, sich für das menschliche Leben zu engagieren. Es sei wichtig, »sich stark zu machen für die Würde von Kindern, Behinderten, psychisch Kranken und ihren Angehörigen«.

Berlins Erzbischof Heiner Koch würdigte Erfolge der modernen Forschung. Sie seien jedoch von der Gefahr der Selbstüberschätzung und Selbstüberforderung begleitet. Die Lebenserfahrung lehre, »dass erfüllt zu leben nicht bedeutet, alles leben zu können, sondern in und mit seinen Grenzen erfüllt zu leben«.