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Warum es nicht helfe, den Befund "wegzuspiritualisieren", und was hilft, Machtmissbrauch zu verhindern, sagt Augsburgs Bischof.
Der Augsburger Bischof Bertram Meier warnt vor Machtmissbrauch in der Kirche. "Die in der Kirche etwas zu sagen haben, verfügen über Macht", sagte Meier laut Manuskript bei einer Diakonenweihe in Augsburg. Pfarrer seien in der Regel Dienstvorgesetzte, der Bischof sei Dienstgeber: "Das hat mit Macht zu tun. Davor die Augen zu verschließen und es zu verdrängen, es 'wegzuspiritualisieren' hilft nicht. Machtmissbrauch scheint fast vorprogrammiert."
Meier mahnte: "Dagegen hilft nur Transparenz, die Macht offen beim Namen nennt und richtig damit umzugehen weiß."
Frühere Aussage von Heiner Wilmer
Ähnlich hatte sich zum Thema Machtmissbrauch Bischof Heiner Wilmer geäußert. Für seine Aussage, der Missbrauch von Macht stecke „in der DNA der Kirche“, hatte der künftige Bischof von Münster, inzwischen auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, 2018 noch viel Gegenwind erfahren.
Bischof Meier führt nun aus, in der Regel laufe es so in der Welt: "Man macht andere herunter, um selbst groß herauszukommen." Jesus hingegen schwebe ein radikales Kontrastprogramm vor: "Wahre Größe zeigt sich darin, dass ich andere in meiner Umgebung groß werden lasse."
Bischof Meier: Darum gibt es das Amt in der Kirche
Jesus hat Meier zufolge "das Amt in der Kirche nicht eingesetzt, damit die einen über die anderen herrschen und schließlich noch ihre eigenen Machtgelüste und Herrschaftsallüren auslassen können, sondern damit die Kirche ihrer Sendung in der Welt treu bleibt". Die Menschen sollten sehen, dass es anders gehe. "Die Ersten lassen sich nicht bedienen, sondern sie dienen." Die Kirche brauche keine religiösen Routiniers oder Funktionäre.
Der Bischof weihte vier Männer im Alter zwischen 25 und 29 Jahren zu Diakonen. Diakon ist neben Priester und Bischof eine der drei Formen des Weiheamts der katholischen Kirche. Für Priesteranwärter ist die Weihe zum Diakon die nötige Vorstufe. Sie berechtigt unter anderem dazu, Taufen zu spenden sowie Trauungen und Begräbnisse zu leiten.