Osnabrücker Bischof schwärmt von Besuch bei traditionsreicher Mariä-Himmelfahrt-Feier

Bischof Bode hat sich verliebt in „Glorreiche Jungfrau von Warendorf“

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat sich offenbar in die „Glorreiche Jungfrau von Warendorf“ in der dortigen St.-Laurentius-Kirche verliebt. In seinem Blog schreibt er, Warendorf sei eine „wundervolle Stadt, in der ich sträflicherweise vorher noch nie gewesen bin“. Bode hatte am vergangenen Wochenende an der Bogen-Prozession zu Mariä Himmelfahrt in der münsterländischen Stadt teilgenommen und hatte in den Festgottesdiensten gepredigt.

 Bischof Franz-Josef BodeDie Predigten von Bischof Franz-Josef Bode (Foto) in Warendorf finden Sie hier. | Archiv-Foto: Michael Bönte

In seinem Blog schwärmt Bode von den neun „Bogengemeinschaften“, die zu dem Fest bunt geschmückte und illuminierte Bögen mit Marienbildern in der Stadt aufbauen. Ihm komme dabei der Vers des Lyrikers Novalis (1772-1801) in den Sinn: „Ich sehe dich in tausend Bildern“, habe dieser über Maria gesagt.

Bode räumte ein, oft werde vom Ende der Volkskirche gesprochen. Daran sei auch vieles richtig. „Aber auch in Warendorf ist etwas lebendig, das man nicht als Folklore oder Nostalgie abtun kann. Es ist die echte Freude über eine Frau, die aus der Niedrigkeit erhoben ist in das Leben Gottes.“ Maria sei für „unendlich Viele auch heute – oder gerade heute – ein Zeichen geerdeter Hoffnung auf den Himmel für alle“. Nicht zuletzt solche Erfahrung ließen die Kirche und das Katholische „immer noch liebenswert erscheinen“.

Die Glorreiche Jungfrau von Warendorf

Das bei einem Feuer 2002 schwer beschädigte Original der Glorreichen Jungfrau von Warendorf.Das bei einem Feuer 2002 schwer beschädigte Original der Glorreichen Jungfrau von Warendorf. | Foto: Michael Bönte

Das Hochfest Mariä Himmelfahrt wird in Warendorf seit fast 270 Jahren mit den geschmückten Marienbögen in der Stadt gefeiert. Das Gnadenbild der Glorreichen Jungfrau befindet sich seit dem 17. Jahrhundert in der Laurentiuskirche in Warendorf: eine bewegliche und bekleidete Puppe, die die heilige Maria mit dem Jesuskind darstellt. Mitte des 18. Jahrhunderts soll ein blindes Mädchen nach Berühren des Gnadenbilds eine wundersame Gesundung erfahren haben. Daraufhin setzte ein starker Pilgerstrom ein.

Ein Feuer beschädigte das Gnadenbild 2002 so stark, dass die Gemeinde eine Kopie des Marienbilds schaffen ließ, das seitdem in der Großen Stadtprozession durch die Straßen Warendorfs getragen wird. Das bei dem Feuer beschädigte Original hat ein neues festliches Gewand erhalten. Als „Schwarze Madonna“ hat es seinen angestammten Platz unter dem Strahlenkranz in der Pfarrkirche St. Laurentius.