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Münsters früherer Bischof hat seit Jubiläum ohne Laudatio feiern wollen. Darum sprach sein Nachfolger über das Priesteramt.
Felix Genn hat am 12. Juli im Dom in Münster mit Weggefährten sein goldenes Priesterjubiläum gefeiert. Eine Laudatio hatte der frühere Bischof von Münster, der am 11. Juli 1976 in Trier zum Priester geweiht worden war, nicht gewünscht. Daran hielt sich Genns Nachfolger, Bischof Heiner Wilmer, meldet die Bischöfliche Pressestelle.
Wilmer stellte – bezogen auf die biblische Lesung – die Hoffnung in den Mittelpunkt der Predigt: „Damit meine ich nicht Zuversicht, die kleine Schwester der Hoffnung, und auch nicht Optimismus.“ Hoffnung greife tiefer.
Wilmer: Gott bezieht uns ein
Wilmer zitierte den verstorbenen Schweizer Theologen Hans Urs von Balthasar, dem auf seinem Weg zum Priesteramt klar geworden war: „Ich kann Gott nicht dienen! Gott bedient sich meiner. Er packt mich am Schopf und zieht mich hinein ins göttliche Drama.“
„Es ist ein Zeichen für den Höchsten, dass er es ernst meint, er uns einbezieht in sein Drama. Und dass er Zeuginnen und Zeugen will, die ihn dabei stützen“, sagte Münsters neuer Bischof. In der Priesterberufung leuchte die Gegenwart Gottes auf: „Die priesterliche Existenz ist ein Zeichen der Hoffnung, mehr als Optimismus.“
Genn feierte mit Gästen
Es gehe nicht darum zu meinen, am Ende werde alles gut: „Das wäre zu soft“, so Wilmer. Auch zu meinen, es gäbe ein Happy End wie in Hollywood, wäre zu oberflächlich: „Hoffnung besteht darin, zu wissen, zu spüren und zu glauben: Gott kommt.“
Mit Genn und Wilmer standen der frühere Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, und der aus dem Bistum Münster stammende Bischof von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, am Altar. Mit beiden ist Genn seit Jahrzehnten befreundet.