Münsteraner Bischof beendet Pastoralreise nach Lateinamerika

Bischof Felix Genn lobt „viel lebendigere Gottesdienste“ in Brasilien

Bischof Felix Genn ist nach einer zweiwöchigen Lateinamerika-Reise wieder auf dem Weg ins Bistum Münster. Zuletzt hatte er in Brasilien das Bistum Óbidos am Amazonas besucht. Es wird von dem Franziskaner-Bischof Johannes Bahlmann geleitet, der aus Visbek im Kreis Vechta stammt und 2009 im Münsteraner Dom von Genn zum Bischof geweiht wurde.

„Er ist der richtige Mann am richtigen Ort“, sagte Genn in einem Interview mit seiner Pressestelle: „Er bringt nicht nur die passenden geistlichen Fähigkeiten, sondern auch viel organisatorische Kompetenz mit.“ Als Beispiel nannte Genn ein Krankenhaus-Schiff, das auf dem Amazonas die Gesundheitsversorgung der Menschen in abgelegenen Orten verbessern soll.

Genn wünscht mehr Kreativität in Liturgie und Seelsorge

Münsters Bischof zeigte sich zudem begeistert von den „viel lebendigeren“ Gottesdiensten in den Gemeinden, die er in Brasilien besucht hat. Sie würden mit großem Schwung gefeiert. Zugleich sei alles gelassener: „Niemand regt sich auf, wenn der Gottesdienst nicht pünktlich beginnt und vielleicht auch etwas länger dauert als erwartet.“ Mehr Kreativität wünsche er sich auch für die Liturgie und die Seelsorge im Bistum Münster.

Das gelte auch für den Einsatz von Laien: „Es gibt kein Kompetenzgerangel.“ Die Bischöfe blickten nicht darauf, was Laien womöglich falsch machen könnten: „Stattdessen gibt es ein unbedingtes Zutrauen der Bischöfe in die Ehrenamtlichen und das Ziel, diese bei der Weitergabe des Glaubens zu stärken.“ Er frage sich, wie auch in Deutschland Laien „wirkliche Leitungsaufgaben“ übernehmen und zugleich die Berufungspastoral gestärkt werden könnte, „indem wir junge Männer gezielt ansprechen“.