Medienbischof besorgt über Fake News

Bischof Fürst: Medien müssen sich Vertrauen verdienen

Gebhard Fürst, Medienbischof der Deutschen Bischofskonferenz.
Gebhard Fürst, Medienbischof der Deutschen Bischofskonferenz, fordert Regeln des Medienrechts für Soziale Medien.Foto: Michael Bönte

Der Medienbischof der Deutschen Bischofskonferenz, Gebhard Fürst, hat die Bedeutung von verantwortungsvollem Journalismus betont. In einer Stellungnahme zur Debatte um ein Gesetz gegen Fake News sagte der Bischof von Rottenburg-Stuttgart am Dienstag in Bonn, die Medien müssten sich die Frage stellen, »ob sie stets ihrer Verantwortung gerecht werden und das Vertrauen der Bürger verdienen.« Die Diffamierung als »Lügenpresse« weise darauf hin, »dass mit dem Schwund von Vertrauen in die Medien auch die Demokratie geschwächt wird«.

Dabei nahm Fürst auch die Betreiber Sozialer Netzwerke in die Pflicht: »Es wird Zeit, dass die Sozialen Netzwerke sich nicht mehr hinter den Nutzern verstecken.« Bei diesen Plattformen sollten nach Meinung des Medienbischofs auch die Regeln des Medienrechts angewandt werden.

Beeinflussen Fake News die Bundestagswahl?

»Es ist in unserer Gesellschaft offensichtlich Einiges ins Rutschen geraten«, gab Fürst zu bedenken, »wenn viele Menschen der Propaganda anderer Staaten und dubioser Internetquellen mehr vertrauen als den eigenen politischen Akteuren und den freien Medien in Deutschland«.

In der Stellungnahme verwies der Bischof auf den möglichen Einfluss von Fake News auf die kommende Bundestagswahl im September: »Es wäre eine tragische Entwicklung, wenn die demokratischen Entscheidungen unserer freien Gesellschaft am Ende durch die Lügen undemokratischer Kräfte manipuliert würden.«