Predigt in der Messe im Gedenken an das Letzte Abendmahl Jesu

Bischof Genn am Gründonnerstag: Gott handelt verrückt

Gott handelt „eigentlich völlig verrückt“. Diesen Gedanken hat Bischof Felix Genn ins Zentrum seiner Predigt im Gottesdienst am Gründonnerstag im St.-Paulus-Dom in Münster gestellt. Wenn jemand frage, wo denn Gott sei, dann könnten Christen auf die Fußwaschung verweisen, die Jesus am Abend vor seinem Tod an seinen Jüngern vollzog: „Der Herr kniet sich nieder, wäscht mir die Füße.“

Nicht nur das: Bei der Kommunion, im Sakrament mache Jesus sich selbst „genießbar in Brot und Wein der Eucharistie“, sagte Genn. Dass ein Gott sich so „gewöhnlich mache“ mit den Menschen, auch das widerspreche der allgemeinen Vorstellung. Aber das sei Gott – genau da sei Gott.

Genn rief die Gläubigen auf, das Sakrament der Eucharistie nicht „gedankenlos“ zu empfangen. Es sei schon viel erreicht, wenn mancher innerlich den Kopf schüttle und sich frage, „was Gott in diesem Jesus alles eingefallen ist“. Nämlich den Menschen, die Sünder seien, so nahe zu kommen, dass er „sich selber als Nahrung gibt“.