Predigt im Dom in Münster

Bischof Genn am Karfreitag: Der Gerechte stirbt für uns

Am Karfreitag hat Bischof Felix Genn den Blick darauf gelenkt, dass Jesus als Unschuldiger zum Tod verurteilt wurde. „Der Gerechte stirbt“, betonte Genn in der Predigt in der Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu im Dom in Münster.

Der Bischof verwies auf die Szene der Gefangennahme in der Leidensgeschichte im Johannes-Evangelium. Jesus trete den Soldaten in Freiheit und Souveränität entgegen und bekenne ohne Ausflüchte, der zu sein, den sie verhaften wollen: „Ich bin es.“ (Johannes 18,5) Das „Ich bin es“ sei zudem ein Hinweis auf die Göttlichkeit Jesu, führte Genn aus. Gott selbst sage im Alten Testament, er sei der „Ich-bin-da“ (Exodus 3,14). Zudem stelle sich Jesus in der Begegnung mit den Soldaten „der Macht gegenüber, die er durch seinen Tod überwinden will“.

„Lasst diese gehen“

Weiter lenkte der Bischof den Blick auf die Sorge Jesu um seine Anhänger, als er den Soldaten sagt: „Wenn ihr mich sucht, dann lasst diese gehen.“ (Johannes 18,8) Dieses Wort schließe alle Menschen ein, „die in irgendeiner Weise mit der Macht des Bösen zu tun haben“. Jesus lasse sich gefangen nehmen „statt unser, statt der Masse der Sünder“.

Schließlich unterstrich Genn die Größe der Erlösung durch einen Einzelnen. Jesus gehe den Weg ganz allein: „Die Erlösung ist sein Werk. Niemand kann ihn darin ersetzen. Niemand kann sich herausnehmen, so zu leiden wie er.“