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Bischof geht auf Mangel an Priesteramtskandidaten ein

Bischof Genn: Angespannte Lage in der Kirche für Engagierte bedrückend

  • Zu Beginn der Karwoche hat Münsters Bischof Felix Genn die drei heiligen Öle im Dom geweiht.
  • Genn griff die stark zurückgehende Zahl an Priesteramtskandidaten während der Messe auf.
  • Die pastoral Mitarbeitenden bat er, stets die Menschen in Not in der Ukraine im Blick zu behalten.
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Das Chrisam für die Firmung und die Priesterweihe, das Katechumenenöl zur Salbung eines Taufbewerbers und das Öl für die Krankensalbung: Alle drei sogenannten heiligen Öle hat Münsters Bischof Felix Genn am Montag zu Beginn der Karwoche im Dom in Münster geweiht, teilt die Bischöfliche Pressestelle mit.

Er bezeichnete die Anlässe, für die die Öle verwendet werden, als Hoffnungszeichen, die „mitten in eine schwierige weltpolitische und kirchliche Situation“ hineinwirken. „Sie setzen ein Gegengewicht und zeigen, dass die Flamme des Evangeliums nicht erloschen ist“, betonte er. Die anwesenden Priester des Bistums Münster, die die Öle für die Spendung der Sakramente mit in die Gemeinden nahmen, erneuerten in der Chrisam-Messe ihr Weiheversprechen.

Zwei Jahre ohne Priesterweihe im Bistum Münster

Bischof Genn ging in seiner Predigt auf die angespannte Situation in der katholischen Kirche in Deutschland ein, die für alle Engagierten bedrückend sei. Gerade die pastoralen Mitarbeitenden sowie die Priester seien in eigener Weise angefragt. „Wer die Verwundungen der Menschen nicht verspürt hat, war nicht bei den Menschen“, verdeutlichte Genn die Enttäuschung vieler Katholikinnen und Katholiken.

In dem Zusammenhang griff er die deutlich zurückgehenden Zahlen bei den Priesteramtskandidaten auf. Werden in diesem Jahr im Bistum Münster noch drei Männer zu Priestern geweiht, wird es in den kommenden beiden Jahren keine Priesterweihe geben. „Ich weiß, dass von mir erwartet wird, mich für eine Änderung der Zulassungsbedingungen einzusetzen“, sagte der Bischof. „Aber jeder, der dies fordert, weiß zugleich, welche Bindung der Bischof gerade in diesen Fragen hat.“

Menschen in Not im Blick behalten

Den Beruf schlecht zu reden angesichts der Entwicklung führe jedoch nicht weiter. Stattdessen ermutigte er, die Situation der Kirche aus der Perspektive des Gekreuzigten anzunehmen. Die Chrisam-Messe mit der Weihe der Öle biete dafür eine Grundlage. „Die Salbung, die wir durch die Sakramente empfangen, entspringt der Karwoche, der Situation von Leiden, Sterben und Auferstehen“, erklärte Genn. Von dort aus wirkten diese mit Taufe, Firmung, Krankensalbung und anderen Anlässen ins alltägliche Leben hinein. „Diejenigen, die mit den Ölen gesalbt werden, können einen Wohlgeruch verbreiten, der auf andere übergreift, der andere mit einbezieht und engagiert, diesen Geist zu verbreiten“, sagte der Bischof.

Zu Beginn hatte Bischof Genn die Mitarbeitenden in den pastoralen Berufen darum gebeten, die Kar- und Ostertage mit dem Blick auf die Not der Menschen in der Ukraine zu feiern, „in der inständigen Bitte, dass Herzen erweicht werden, damit nicht noch mehr Menschenleben zerstört werden“.

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