„Wie beim Fußball: Leben spielt sich im Team ab"

Bischof Genn blickt beim Jugendgebetsabend auf Weltmeisterschaft

Was hat die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft mit dem Glauben zu tun? Darum ging es beim Jugendgebetsabend mit Bischof Felix Genn in der Jugendkirche „effata“ am Freitagabend in Münster. „Was heißt es ein Team zu bilden, eine Mannschaft zu sein, gemeinsam etwas zu schaffen? Was braucht es dafür?“ Diözesanjugendseelsoger Hendrik Drüing und das Team der Jugendkirche stimmten rund 50 Jugendliche aus dem Bistum Münster darauf ein. Unter ihnen waren auch Firmlinge aus Telgte und Neuenkirchen.

Antworten fanden die Jugendlichen im Kirchenraum, wo sie sich Begriffen wie Einsatz, Planung, Leitung, Regeln oder Spaß zuordnen konnten – ganz nach persönlichem Empfinden. In der Kleingruppe stand der Austausch im Mittelpunkt: „Kannst Du gut ein Team leiten? Warum ist Spaß bei der Arbeit in Teams wichtig? In welcher Gruppe hast Du schon mal eine richtig gute Gemeinschaft erlebt?“

Drei Aspekte eines guten Teams

Auch Bischof Genn wies in seiner Predigt auf drei Aspekte eines guten Teams hin und blickte dafür auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 zurück: „Die deutsche Mannschaft hat zusammengehalten, die Spieler waren eine Gemeinschaft.“ Die ganze Nation habe sich nach dem Erfolg wie eine große Mannschaft gefühlt. „‚Wir sind Weltmeister’, hieß es“, erinnerte der Bischof. Wenn eine Gemeinschaft zusammenhalte, dehne sich das Gefühl auch auf andere Menschen aus. „Gemeinschaft macht stark“, fasste er zusammen.

„Leben ist Beziehung“, diesen zweiten Gedanken verdeutlichte der Bischof anschließend. In Augenblicken, in denen man sich alleine und unverstanden fühle, sehne man sich nach einem Menschen, mit dem man reden kann. „Viele Menschen wie Eure Eltern oder Katecheten helfen Euch dabei“, wandte sich der Bischof an die Jugendlichen. Doch: „Leben als Beziehung, das ist ein Stück Arbeit“, rief er die Firmlinge auf, selbst aktiv zu werden. „Leben spielt sich im Team ab, nicht nur beim Fußball oder im Orchester, sondern überall.“

Gott ist ein Mitgeher und möchte mit uns sein

Zuletzt schlug Genn eine Brücke zum Glauben und bezeichnete den Teamgedanken als „Kern des Christentums“. Zu den Jugendlichen sagte er: „Der Gott, an den wir glauben, ist ein Mitgeher, er ist einer, der mit uns sein möchte.“ Jesus habe dies auf besondere Art gelebt und Menschen um sich versammelt, mit denen er ein Team, eine Gemeinschaft gebildet habe. „So ist Kirche entstanden. Und Kirche möchte genau das sein, ein Ort, an dem wir uns nicht alleine zu fühlen brauchen.“

„Wir sind zusammen groß“: Dass diese Aussage für jeden Einzelnen Bedeutung hat, daran erinnerten sich die Teilnehmer zum Abschluss gegenseitig. Mit gesegnetem Wasser zeichneten sich die Jugendlichen ein Kreuz auf die Stirn mit den Worten „Du gehörst dazu“.