„Fake News“ Thema beim Jugendgebetsabend in Münster

Bischof Genn: Gemobbten und ausgegrenzten Menschen helfen

Was ist „fake“ in meinem Leben? Und was ist echt? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch den Jugendgebetsabend, den Bischof Felix Genn mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Jugendkirche „effata“ in Münster gestaltete. „Toll, dass hier unsere Themen so offen angesprochen wurden“, meinten nach einer Stunde einige Jugendliche. Sie waren nach rund einer Stunde mit viel Musik, Video-Clips und persönlichen Worten des Bischofs angetan von der Atmosphäre.

Die Jugendlichen aus Münster, Paderborn, Stadtlohn und Oer-Erckenschick verfolgten interessiert die verschiedenen Module, mit denen das Vorbereitungsteam das Thema des Abends aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtete. Schon der Einstiegs-Clip zeigte, wie junge Menschen ihre Selfies „aufhübschen“, ehe sie diese dem Freundeskreis zuschicken - eine Spirale von Verstellungen wuchs daraus, denn niemand traute sich, sein oder ihr wahres Gesicht zu zeigen.

„Tiefe Verletzungen durch Mobbing“

„Die Kehrseite der Medaille ,fake‘ ist Echtheit“, ging Bischof Genn anschließend auf das Video ein und ermutigte die Zuhörenden, nicht einem Gruppendruck nachzugeben: „Ich habe in meiner Jugend selbst erlebt wie es ist, wenn jemand durch Schwindel und Lügen fertig gemacht wird, weil er anders ist“, berichtete Genn. „Gerade in der digitalen Welt werden durch Mobbing rasch tiefe Verletzungen zugefügt.“ Der Bischof bat die jungen Leute, in ihrem Alltag solch ausgegrenzten Menschen zu helfen, ihren eigenen Platz zu finden.

An sechs kleinen Tischen fanden sich danach Aussagen wie: „Ich bearbeite meine Fotos, bevor ich sie hochlade. Ich gebe gerne mit Fotos von meinem Essen an. Oder: Ich poste mich gerne mit coolen Leuten.“ Wer dabei etwas fand, das zutraf, konnte das Kärtchen auf dem Altar ablegen. Für wen nichts Passendes dabei war, legte die Hand auf den Altar, um innerlich Belastendes abzugeben.

 Jugendliche und junge Erwachsene ermutigt

„In den Augen Gottes bist Du schön, so wie Du bist“, nahm Bruder Konrad Schneermann einen Songtext auf und wünschte den Jugendlichen, dass sie so sein dürften wie sie sind. Auch der Bischof ermutigte vor dem Segen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, zu sich zu stehen, ihren Platz im Leben zu suchen - und im beginnenden Advent im äußerlichen Trubel auch das eigene innere Licht zu finden.