Sieben verheiratete Männer in Münster zu Ständigen Diakonen geweiht

Bischof Genn warnt Geistliche vor Machertum und Selbstüberhöhung

Bischof Felix Genn hat sieben verheiratete Männer im münsterschen Dom zu Ständigen Diakonen geweiht. In seiner Predigt sagte der Bischof, er sei froh, dass es sie gebe. Denn sie erinnerten alle daran, „nicht auf Machertum zu setzen, sondern auf den Dienst“. Dafür sei die Kirche da.

Genn mahnte: „Immer, wenn wir der Tendenz nachgeben, die jeder von uns kennt, aus einem Amt ein Machertum zu machen, nur auf die Funktion zu setzen und sich dann vielleicht sogar bis ins Schlimmste zu überhöhen, ja, Jesus innerhalb der Kirche zu durchbohren, dann geht es daneben.“ Diesen Prozess der „Reinigung“ durchlaufe die katholische Kirche derzeit. Und darum sei er froh, dass es diese Reinigung gibt, sagte Genn.

Diakone sollen kritische Erinnerer sein

Wenn die Ständigen Diakone sich in ihrem Amt von der Frage leiten ließen, was sie mehr tun könnten als die Laien, „dann sage ich: gar nichts“, so der Bischof. Diakone sollten vielmehr „kritisch für die Erinnerung daran sorgen“, dass Christus, der gekreuzigte König, selber Diakon ist, der uns durch sein Sterben „einen ganz großen Dienst erwiesen“ hat.

Das sei die Botschaft dieses anderen Königs, der mit einer Dornenkrone gekrönt und am Kreuz durchbohrt wurde: „Gott geht in seiner Liebe bis in diese Schmach.“ Seine Macht sei nicht die der „Machtmenschen, die auch in unserer Zeit wieder über die Leichen der Natur und die Leichen von Menschen“ gehen, sagte Genn.

Die sieben neuen Diakone

Nach vierjähriger Ausbildung wurden diese sieben Männer zu Ständigen Diakonen geweiht: Ludger Schulten (St. Antonius, Rheine), Michael Jahn (Heilig Kreuz, Münster), Christian Walbröhl (St. Ulrich, Alpen), Ulrich Nikolayczik (St. Matthäus, Dorsten), Stefan Schlatt (St. Johannes Baptist, Altenberge), Jörg Kreusel (St. Marien, Hude) und Ralf Laumann (St. Gertrudis Horstmar).

An der Weihe im vollbesetzten Dom nahmen die Ehefrauen und Kinder der Diakone sowie zahlreiche Gläubige aus ihren Heimatgemeinden teil. Deutlich wurde die wichtige Rolle der Ehefrauen auch während der Weihe-Litugie, in der sie immer wieder an der Seite ihre Männer standen.