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Nach 15 Monaten Renovierung der St.-Magnus-Kirche

Bischof Genn weiht neuen Altar in Everswinkel

  • Nach 15 Monaten Schließung wegen Renovierungsarbeiten können die Menschen in Everswinkel wieder Gottesdienst in ihrer St.-Magnus-Kirche feiern.
  • Am Sonntag weihte Bischof Felix Genn in einer festlichen Liturgie den neuen Altar.
  • In einer Zeit, die stark von Zweifeln für die Kirche geprägt sei, wünschte Genn den Gläubigen, "das Experiment Christentum zu wagen".
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Nach 15 Monaten Schließung wegen Renovierungsarbeiten können die Menschen in Everswinkel wieder Gottesdienst in ihrer St.-Magnus-Kirche feiern. Am Sonntag weihte Bischof Felix Genn in einer festlichen Liturgie den neuen Altar, den der örtliche Bildhauer und Steinmetz Stefan Lutterbeck gefertigt hat. Er hatte aus einem Baumberger Sandsteinblock zwölf Einzelteile gearbeitet und sie in der vergangenen Woche zusammengefügt. Die Anzahl weist auf die zwölf Apostel hin.

Erstmals feierte Pfarrer Pawel Czarnecki einen Gottesdienst in der St.-Magnus-Kirche mit. Als er im Februar 2020 eingeführt wurde, war die Pfarrkirche bereits eine Baustelle. „Heute findet eine Vollendung im bautechnischen, vor allem aber im geistlichen Sinn statt“, erklärte Czarnecki. „Viel neue Technik, neues Licht, neuer Ton, frische Farben und eine neue liturgische Anordnung“ seien sichtbare Zeichen der Sanierung, „ein Geschenk an uns“. Czarnecki dankte der Architektin Monika Göddeker, den vielen ehrenamtlich an der Sanierung Beteiligten sowie den Handwerkern für ihren Einsatz.

Genn: Wagen Sie das Experiment Christentum

Bischof Genn ging in seiner Predigt auf den sogenannten ungläubigen Apostel Thomas, aber auch auf den Ritus der Altarweihe ein, bei dem Feuer entzündet und Weihrauch abgebrannt wird. Der Zweifel des Thomas reiche in den Osterglauben hinein und werde nur überwunden, weil Jesus seine Wundmale zeige. „Wir glauben an einen verwundeten Gott, wir glauben an einen, der sich berührbar macht und sich uns zuwendet.“

Diese Botschaft hätten die Jünger Jesu weitergegeben. Viele Menschen hätten sich entzünden lassen, hätten Feuer gefangen, „bis hin zu den Menschen hier in Everswinkel“, betonte der Bischof. Er betonte, dass es gerade in einer Zeit, die stark von Zweifeln für die Kirche geprägt sei, Menschen brauche, die vom Feuer der Liebe angesteckt werden. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie das Experiment Christentum mit dem Glauben an den Auferstandenen auch in Schrecken und Zweifeln immer wieder neu wagen und dass Sie spüren dürfen – manchmal mit einem großen Feuer, manchmal mit einer fast erlischenden Flamme –  dass Er da ist.“

Freigelegte Kirchengeschichte

In den vergangenen Monaten wurde unter anderem der Boden im Hauptschiff der Kirche erneuert. Aussparungen mit Glasplatten zwischen den neuen Fliesen öffnen den Blick auf historische Fliesen und geben Einblick in ein Stück Kirchengeschichte. Im Chorraum wurden wiederentdeckte Mettlacher Fliesen freigelegt und durch Reproduktionen vervollständigt.

Zudem hat der Taufstein einen neuen Standort im nördlichen Seitenschiff gefunden. Eine Pietà von 1460, eine Darstellung, die Maria mit dem toten Jesus in ihren Armen zeigt, hat ihren neuen Platz auf der südlichen Seite erhalten.

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