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Bischof Wilmers Abschied in Hildesheim: „Wir sind nicht Chefs eures Glaubens“

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Heiner Wilmer ist als Bischof von Hildesheim verabschiedet worden, er wechselt nach Münster. Was er den Menschen mitgab.

Von KNA, jjo

Im vollbesetzten Mariendom hat sich Bischof Heiner Wilmer vom Bistum Hildesheim verabschiedet - mit dem Appell, ruhig und bescheiden zu bleiben. "Es kann nicht darum gehen, dass wir den anderen die Ansage machen, so und so habt ihr zu leben", sagte Wilmer, der am 21. Juni als Bischof von Münster eingeführt wird, in seiner Predigt.

Es gelte, ruhig und bescheiden zu bleiben: "Wir sind nicht die Chefs, die Herren eures Glaubens, sondern Gehilfen eurer Freude", sagte Wilmer in enger Anlehnung an seinen bischöflichen Wahlspruch aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth.

Kirche soll "nicht nur von früher erzählen"

In dem Brief werde das Ziel formuliert, alle Menschen sollten ein Leben in Fülle haben, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Das bedeute, dass Kirche das aufnehmen müsse, was die Menschen hier und jetzt bewege.

"Die Tradition ist heilig", doch man dürfe "nicht nur von früher erzählen". Die Kirche sei im Wandel und müsse selbst "ein Stück Brot werden", so Wilmer: "Denn im Kleinen lebt die Größe."

Bischof rang mit den Tränen

Nach der Messe bekam Wilmer unter anderem einen Setzling für einen Rosenstock in Münster geschenkt. Der tausendjährige Rosenstock am Hildesheimer Dom gilt als Wahrzeichen von Stadt und Bistum.

Wilmer sagte, er habe sich in Hildesheim "pudelwohl" gefühlt, und dankte Mitarbeitenden, Gläubigen und Engagierten, die den Glauben "oft unspektakulär, aber echt" lebten. "Es fällt mir nicht leicht zu gehen", sagte Wilmer und rang sichtlich mit den Tränen: "Ich gehe mit vielem, das mir geschenkt wurde."

Im Anschluss gab es auf dem Domhof die Möglichkeit, sich persönlich vom Bischof zu verabschieden.

Wofür Wilmer sich einsetzen will

Am Montag hatte Wilmer, der knapp acht Jahre Bischof von Hildesheim war, betont, die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt werde auch nach seinem Weggang höchste Priorität behalten. Nach seiner Einschätzung dürfte die Suche nach einem Nachfolger für Hildesheim rund ein Jahr dauern.

Für die katholische Kirche in Deutschland kündigte der 65-Jährige an, sich weiterhin für Reformthemen einzusetzen. Dazu zählten die Rolle von Frauen in der Kirche, Fragen des Pflichtzölibats, synodale Strukturen sowie die Ökumene. Diese Anliegen wolle er auch in die Gespräche auf weltkirchlicher Ebene einbringen.

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