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In Münster spricht Wilmer über den Beitrag der Kirchen, die Blickrichtung des Christentums und die klare Grenze zur AfD.
Was kann die jüdisch-christliche Tradition einer „Gesellschaft in Unruhe“ geben? Über diese Frage hat Münsters Bischof Heiner Wilmer am Freitagabend, 10. Juli, in der Bistumsakademie Franz-Hitze-Haus in Münster nachgedacht. Mit ihm überlegten die Moraltheologin Katharina Klöcker von der Universität Erfurt und die Juristin Charlotte Kreuter-Kirchhof von der Universität Düsseldorf.
Wilmer betonte, zentral in der jüdisch-christlichen Tradition sei, dass „alle Menschen die gleiche Würde haben“. Persönliche Würde komme jeder und jedem Einzelnen zu, unabhängig „von Alter und Krankheit“, auch „unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sozialem Status und Volkszugehörigkeit“. Das bedeute in der Konsequenz, niemanden ausschließen zu können.
Wilmer: „Wir müssen uns unterhaken“
Auf eine Publikumsfrage nach der Abgrenzung der katholischen Kirche gegen die in Teilen rechtsextreme AfD griff Wilmer diesen Gedanken auf. Er erwähnte Aussagen wie „Deutsches Blut auf deutschem Boden“, die es bereits im Nationalsozialismus gegeben habe: „Es kann nicht sein, dass das unwidersprochen bleibt.“ Die Regelung von Migration sei daneben „ein ganz eigenes Thema“.
Weitere Beiträge des Christentums leitete der Bischof aus der Katholischen Soziallehre ab. Er erwähnte die Orientierung am Gemeinwohl („Wir tragen Verantwortung füreinander“), die Solidarität („Wir müssen uns unterhaken und füreinander da sein“) und die Subsidiarität. Dieses Prinzip bedeute, nicht nur „von oben“ zu entscheiden, sondern Handelnde „vor Ort stark zu machen“ und sie Entscheidungen treffen zu lassen.