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Augsburger Bischof sieht Bewahrung der Schöpfung nicht als "Monopol der Grünen"

Bischof Meier kritisiert AfD: Wer Klimawandel leugnet, verbreitet Fake-News

  • Der Augsburger Bischof Bertram Meier hat das Leugnen des Klimawandels - etwa durch die AfD - kritisiert.
  • Beim ökumenischen "Schöpfungstag" in Lindau betonte er zugleich, die Bewahrung der Schöpfung sei "kein Monopol der Grünen".
  • Der ökumenische Schöpfungstag wurde 1989 vom Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel begründet.
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Der katholische Augsburger Bischof Bertram Meier hat das Leugnen des Klimawandels kritisiert. Wenn "als 'Alternative für Deutschland' vertreten wird, dass es weder einen Klimawandel noch eine Umweltkatastrophe gibt, ist das mehr als traurig; solche Behauptungen entsprechen nicht der Wahrheit. Sie sind Fake News", sagte Meier am Samstag beim Ökumenischen Tag der Schöpfung in Lindau. "Lassen wir uns davon nicht blenden! Es geht nicht um Panikmache, sondern um Ehrlichkeit. Ein sinnvoller Weg in die Zukunft führt nur über die Bewahrung der Schöpfung." Dies sei "kein Monopol der Grünen".

Meier forderte, beim Schutz des menschlichen Lebens nicht jenen der Umwelt zu vernachlässigen. Beim ersten Punkt wünsche er sich zwar "wieder mehr ökumenischen Schulterschluss", so der Bischof. "Der Schutz des menschlichen Lebens darf uns aber nicht vergessen lassen, dass die ganze Schöpfung wie eine Familie ist, dass wir verschwistert sind mit allem, was lebt." Wo die Schöpfung auf der Strecke bleibe, werde auch der Mensch scheitern. "Überschwemmungen, Flutkatastrophen und extreme Dürre sind Anzeichen dafür, dass das 'globale Haus' nicht mehr im Lot ist."

 

Schöpfungstag zum Thema Wasser

 

Im Fokus des Aktionstags, der im deutschsprachigen Raum erstmals international begangen wurde, stand das Thema Wasser. Es gab unter anderem eine Schifffahrt auf dem Bodensee unter dem Motto "Damit Ströme lebendigen Wassers fließen". Außer im bayerischen Lindau wurde Halt im österreichischen Bregenz und im Schweizer Romanshorn gemacht. Neben Bischof Meier wirkten etwa auch dessen Feldkircher Amtskollege Benno Elbs und der christ-katholische Bischof der Schweiz, Harald Rein, mit.

Hinter dem Projekttag stehen die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland und Bayern, der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK).

 

Der Hintergrund

 

Der Ökumenische Tag der Schöpfung geht zurück auf das Jahr 1989. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel lud damals "die ganze orthodoxe und christliche Welt" ein, am 1. September "zum Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre Erlösung".

Die Initiative wurde 1992 von der ganzen Orthodoxen Kirche übernommen. 2001 empfahl die Charta Oecumenica, eine Übereinkunft zur Stärkung der innerchristlichen Kooperation, allen europäischen Kirchen "einen ökumenischen Tag des Gebets für die Bewahrung der Schöpfung". Die ACK beschloss 2009, den Schöpfungstag einzuführen.

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