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Der ehemalige Bischof von Brügge war selbst Täter und geständig. Sein Fall rief auch Staat und Politik auf den Plan.
Der ehemalige Bischof von Brügge, Roger Vangheluwe, ist am Mittwoch im Alter von 89 Jahren gestorben. Wie die Belgische Bischofskonferenz am Freitag mitteilt, hat die Beisetzung im engsten Kreis bereits stattgefunden.
Vangheluwe war im April 2010 als Bischof zurückgetreten, nachdem bekannt wurde, dass er über Jahre einen Neffen sexuell missbraucht hatte. Vangheluwe räumte die Taten ein und gestand 2011 den Missbrauch eines weiteren Neffen.
Erklärung der Bischofskonferenz
2017 erklärte ein damals 57-Jähriger, Vangheluwe habe auch ihn, damals Messdiener, Anfang der 1970er Jahre missbraucht. 2024 entließ Papst Franziskus den Bischof aus dem Klerikerstand. Das ist die höchste Strafe, die das Kirchenrecht für Geistliche vorsieht.
Die Belgische Bischofskonferenz erklärt, man sei sich bewusst, dass die Nachricht vom Tod Vangheluwes bei Missbrauchs-Betroffenen neue Emotionen auslösen könne. Weiter heißt es in der Mitteilung, die Bischöfe "erkennen das anhaltende Leid an, das durch den sexuellen Missbrauch innerhalb der Kirche verursacht wurde, und bekräftigen ihr Engagement, die Opfer anzuerkennen und sich um sie zu kümmern".
So reagierten Justiz und Politik
Der Fall Vangheluwe hatte im katholisch geprägten Belgien bedeutende Folgen: Kurz nach dem Rücktritt 2010 stürmten staatliche Ermittler kirchliche Einrichtungen und beschlagnahmten Akten, Rechner und Handys der in Mechelen versammelten Bischöfe. Der damalige Brüsseler Erzbischof André Leonard und sein Vorgänger Godfried Danneels mussten vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss aussagen.
Sexualisierte Gewalt: Hilfe und Hinweise
Haben Sie sexualisierte Gewalt im Bistum Münster erlitten oder möchten Hinweise zu Fällen geben, können Sie sich an die Interventionsstelle oder die Unabhängigen Ansprechpersonen wenden: https://www.bistum-muenster.de/sexueller_missbrauch/. Die Unabhängige Aufarbeitungskommission für das Bistum Münster erreichen Sie über die Seite https://uak-muenster.de/.
Haben Sie sexualisierte Gewalt erlitten und fühlen sich durch diesen Bericht aufgewühlt, können Sie sich an die Telefonseelsorge wenden – kostenfrei unter Tel. 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222, https://www.telefonseelsorge.de/
Haben Sie sexualisierte Gewalt außerhalb des Bistums Münster oder außerhalb der Kirche erlitten, können Sie hier Hilfe finden:
- Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung: https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/
- NINA, Nationale Informations- und Beratungsstelle bei sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend: https://nina-info.de/
- Hilfe für Opfer von Kriminalität: https://weisser-ring.de/hilfe-fuer-opfer-0