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Der Passauer Bistumsleiter hielt 2025 die Laudatio auf den Josef-Pieper-Preisträger. Wie er dessen politische Ausrichtung aktuell einschätzt.
Der Passauer Bischof Stefan Oster hat die Mitgliedschaft des US-amerikanischen Bischofs Robert Barron in Donald Trumps Kommission für Religionsfreiheit in Frage gestellt. Seine Mitgliedschaft nutze der Bischof von Winona-Rochester in Minnesota zwar ausdrücklich, um das Evangelium und die katholische Soziallehre zu verkünden, schrieb Oster am Montag in den sozialen Medien. Er ergänzte: „Ob das allerdings nach den jüngsten Ausfällen Trumps und den veröffentlichten Ereignissen der Kommission noch in einer neutralen Weise möglich ist, ohne dadurch kompromittiert zu werden, wage ich zu bezweifeln.“
Oster sagt, er sei „sehr dankbar“ dafür, dass Barron sich jüngst von Donald Trump distanziert habe. „Nachdem sich Donald Trump nun in einer für mich erschreckenden Weise über Papst Leo geäußert hat, ist auch Bischof Barron deutlich auf Distanz zum US-Präsidenten gegangen – und hat von ihm eine Entschuldigung gegenüber Papst Leo gefordert.“ Er selbst sei „über Trump nur mehr fassungslos“ und halte ihn für „gefährlich – in vielerlei Hinsicht“.
Barron hatte Trumps Äußerungen über Papst Leo XIV. am Montag als „völlig unangemessen und respektlos“ kritisiert und eine Entschuldigung gefordert. „Ernsthaften Katholiken innerhalb der Trump-Regierung“ empfahl er ein Treffen mit Vertretern des Vatikans, „damit echter Dialog stattfinden kann“.
Papst weist Trump-Kritik zurück
Trump hatte in der Nacht auf Montag auf seiner Plattform „Truth Social“ geschrieben, Leo XIV. sei „SCHWACH im Umgang mit Kriminalität und eine Katastrophe in der Außenpolitik“. Der US-amerikanische Präsident warf seinem Landsmann vor, sich selbst und der Kirche mit seiner „laschen“ Haltung zu schaden: „Leo sollte sich als Papst zusammenreißen, seinen gesunden Menschenverstand einsetzen, aufhören, der radikalen Linken nach dem Mund zu reden, und sich darauf konzentrieren, ein großer Papst zu sein, kein Politiker.“
Inzwischen hat Papst Leo XIV. die Kritik vor Journalisten zurückgewiesen: „Ich fürchte weder die Trump-Regierung noch das offene Aussprechen der Botschaft des Evangeliums.“ Er sei kein Politiker und wolle sich nicht auf eine Debatte mit Trump einlassen. „Aber wir glauben als Friedensstifter an die Botschaft des Evangeliums.“
Umstrittener Bischof mit Auszeichnung
Barron war im Juli 2025 in Münster mit dem Josef-Pieper-Preis ausgezeichnet worden. In seinem Social-Media-Posting schrieb Oster: „Zahllose Menschen in der englischsprachigen Welt – aber auch bei uns – haben über Bischof Barron wieder in den Glauben gefunden oder konnten ihren eigenen Glauben vertiefen.“ Kritiker werfen Barron eine Nähe zu Rechtspopulisten und die Ausgrenzung queerer Menschen vor.