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„Der Papst denkt von der Würde des Einzelnen her“

Bischof Timmerevers begrüßt Papst-Aussagen zu Homosexuellen

  • Bischof Heinrich Timmerevers begrüßt jüngste Papst-Äußerungen zu homosexuellen Lebensgemeinschaften.
  • Überrascht zeigt er sich über die nachträgliche Einordnung aus dem vatikanischen Staatssekretariat.
  • „Der Heilige Vater denkt nicht von Abstrakta oder Regelwerken her.“
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Bischof Heinrich Timmerevers begrüßt jüngste Papst-Äußerungen zu homosexuellen Lebensgemeinschaften und zeigt sich zugleich überrascht über die nachträgliche Einordnung aus dem vatikanischen Staatssekretariat. Mit Papst Franziskus wolle er achtsam sein, „alle Menschen zuallererst als von Gott geliebt und angenommen zu sehen“, sagte der aus dem Oldenburger Land stammende Dresdner Bischof der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

„Das den Menschen auch im Segen zuzusagen, halte ich nach wie vor für geboten.“ Timmerevers hatte unlängst als erster katholischer Bischof in Deutschland explizit gesagt, er würde es begrüßen, wenn die katholische Kirche eine Segnung homosexueller Paare erlauben würde.

„Es geht immer um ganz konkrete Menschen“

Timmerevers sagte, die Papst-Zitate im Dokumentarfilm „Francesco“ machten ihm „etwas Wesentliches und zutiefst Nachahmenswertes“ deutlich: „Der Heilige Vater denkt nicht von Abstrakta oder Regelwerken her, sondern geht vom Personsein und der Würde des Einzelnen aus.“

Es gehe nicht um „anonyme oder gar sündige Zielgruppen, sondern immer um ganz konkrete Menschen“. Diese Bodenhaftung zeige offensichtlich der Film; er stehe damit in Kontinuität des Papsttextes „Amoris laetitia“, so der Bischof.

„Braucht es dazu eine Einordnung aus dem Vatikan?“

Angesichts dessen frage er sich aber: „Braucht es dazu zwangsläufig eine aus dem Staatssekretariat nachgeschobene Einordnung mit Zitaten aus diesem nachsynodalen Schreiben? Welche Intention steht dahinter?“

Im Rundschreiben des Staatssekretariats an Bischöfe weltweit heißt es, die fraglichen Zitate in dem Dokumentarfilm seien aus dem Kontext genommen. Die kirchliche Lehre bleibe unverändert.

„Mit homosexuellen Beziehungen auseinandersetzen“

Konkret geht es um die Film-Passage, in der der Papst erklärt, Homosexuelle hätten „das Recht, in einer Familie zu sein“. Anschließend spricht Franziskus sich für einen staatlichen Rechtsrahmen ziviler Partnerschaften aus.

Timmerevers sagte, wenn das Schreiben aus Rom „eine Hilfestellung intendiert, die uns ermutigt, mit dem päpstlichen Dokument ,Amoris laetitia' die komplexe Wirklichkeit der heutigen Familien besser wahrzunehmen und Gottes Geist, der ja auch in den Ereignissen der Geschichte spricht, tiefer zu verstehen dann kann ich das begrüßen“. Homosexuelle Beziehungen würden offensichtlich auf vielen Ebenen der Kirche diskutiert: „Wir müssen uns damit auseinandersetzen, und das ist gut so.“

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