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Orthodoxer Metropolit verurteilt Angriff Russlands und Belarus' als "zynisch"

Bischof von Odessa: Viele fliehen aus der Ukraine, die Kirche bleibt

  • In der Ukraine verlassen derzeit viele Menschen die Städte, aus Angst vor weiteren russischen Angriffen auch auf zivile Ziele.
  • Das berichtet der katholische Bischof von Odessa-Simferopol, Stanislaw Szyrokoradiuk.
  • Der orthodoxe Metropolit Epiphanius sprach von einem "zynischen Angriff Russlands und Belarus' auf die Ukraine".
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In der Ukraine verlassen derzeit viele Menschen die Städte, aus Angst vor weiteren russischen Angriffen auch auf zivile Ziele. Das berichtet der katholische Bischof von Odessa-Simferopol, Stanislaw Szyrokoradiuk, im Telefonat mit der Presseagentur Kathpress (Donnerstag). Spannung und Ungewissheit seien groß. "Niemand weiß, wann der nächste Angriff folgt", so der Bischof.

Die Befürchtungen einer Ausweitung des Krieges bestätigten sich nun; derzeit seien 20 Städte zugleich unter Beschuss. Auch in Odessa habe es in den frühen Morgenstunden Angriffe auf das nahe der Stadt befindliche Militärlager gegeben, berichtet der Bischof. Das Stadtzentrum sei bislang nicht betroffen. In Kiew und Charkiw sei die Situation allerdings schlimmer.

Orthodoxer Metropolit: Zynischer Angriff

Er selbst habe dennoch die Morgenmesse gefeiert, zu der viele Gläubige gekommen seien. Die Kirche sehe es als ihre Aufgabe, vor Ort bei den Menschen zu sein. "Alle Priester sind geblieben", so der Bischof und Franziskaner. Seelsorge sei wichtig angesichts der Bedrohung. Szyrokoradiuk wörtlich: "Uns bleibt nur noch das Gebet um Frieden, und wir bitten auch die Menschen auf der ganzen Welt darum." Frieden bleibe "trotz allem unsere Hoffnung".

Die eigenständige orthodoxe Kirche der Ukraine hat die russische Militärintervention in dem Land scharf verurteilt. Ihr Oberhaupt Metropolit Epiphanius sprach am Donnerstag von einem "zynischen Angriff Russlands und Belarus' auf die Ukraine". Er rief die internationale Gemeinschaft und die religiösen Führer der Welt auf, die Ukraine zu unterstützen und Russland und Belarus zu zwingen, die Aggression sofort zu beenden.

Epipanius: Waffen werden sich in Gottes Zorn verwandeln

Die Ukrainer seien ein friedliches Volk, aber stark im Geist und im Glauben. "Wir glauben, dass die Gewalt und die Waffen, die heute rechtswidrig gegen uns gerichtet werden, sich in Gottes Zorn und Schwert gegen den Angreifer verwandeln werden", so Epipanius. Man müsse den Feind abwehren und die Ukraine vor der Tyrannei schützen, die der Angreifer bringen wolle.

Der Metropolit betonte: "Die Wahrheit ist auf unserer Seite." Deshalb werde der Feind mit Gottes Hilfe und mit der Unterstützung der gesamten zivilisierten Welt besiegt werden.

Der Hintergrund

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte die Militäroperation in der Nacht zum Donnerstag befohlen. Zahlreiche ukrainische Orte wurden von Russland, Belarus und der Krim aus angegriffen.

 

Rund 60 Prozent der mehr als 41 Millionen Ukrainer bekennen sich zum orthodoxen Christentum. Sie gehören allerdings zwei verschiedenen Kirchen an: der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats und der Ende 2018 gegründeten eigenständigen (autokephalen) "Orthodoxen Kirche der Ukraine". Laut Umfragen genießt Epiphanius in der Ukraine das höchste Vertrauen von allen Kirchenvertretern.

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