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Bischof Genn: „Jesus ging es um den Auftrag“

Christian Fechtenkötter und Lars Schlarmann zu Priestern geweiht

  • Am Pfingstsonntag empfingen Lars Schlarmann (32) und Christian Fechtenkötter (53) die Priesterweihe.
  • In seiner Predigt ging Bischof Felix Genn auch auf widerstreitende Gruppen innerhalb der Kirche ein.
  • In diese unruhige Zeit würden die angehenden Priester ein starkes Glaubenszeugnis setzten.

 

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Zahlreiche Menschen schalteten sich über den Internet-Livestream zu: Am Pfingstsonntag empfingen Lars Schlarmann (32) aus Steinfeld im Landkreis Vechta und Christian Fechtenkötter (53) aus Nortrup im Landkreis Osnabrück die Priesterweihe durch Bischof Felix Genn. Wegen der Corona-Pandemie konnten nur die Familien, einige Freunde und Wegbegleiter die eindrucksvolle Weihe im St.-Paulus-Dom in Münster erleben.

In seiner Predigt skizzierte Genn ein Bild der heutigen Kirche, das geprägt sei durch „manches Durcheinander, Chaos und widerstreitende Gruppen. Jeder meint zu wissen, was das Richtige ist. Es ist ein schleichender oder offensichtlicher Exodus“, sagte er mit Blick beispielsweise auf den synodalen Weg und die zunehmenden Kirchenaustritte.

Genn: Jesus ging es um den Auftrag

Aber es gebe viele Menschen, die trotzdem glaubten und die Großtaten Gottes in ihrem Leben erführen. „Sie geben Ihr Zeugnis in diese Situation hinein. Sie wissen darum und haben sich damit auseinander gesetzt“, richtete der Bischof das Wort an die Weihekandidaten. In ihrer Lebensgeschichte würde die Bindung durch den Geist Gottes immer wieder aufleuchten. „Sie haben auf ihrem Weg gespürt, dass Ihre Suche mit dem Geist Jesu zu tun hat, und Sie haben sich an ihn gebunden. Jesus nahm sich mit seiner Person keineswegs wichtig. Ihm ging es nur um den Auftrag, den Dienst zu vollenden, den der Vater ihm aufgetragen hatte: das Evangelium von der Gnade und der Versöhnung vom Reich Gottes den Menschen nahe zu bringen“, betonte Genn und fügte hinzu: „Jetzt stellen Sie sich zur Verfügung. Sie wollen nicht Herren des Glaubens, sondern Diener der Freude sein.“

Der Bischof dankte ihnen, dass sie in dieser Zeit diesen Weg wagten. „Es lohnt sich. Lassen Sie sich nicht verwirren, sondern bleiben Sie bei dem, was Sie erfahren haben und wissen Sie: Das Entscheidende tut der Herr. Bleiben Sie in der Bindung an den Geist. Lassen Sie sich binden, ganz gleich, welche Nöte und Bedrängnisse auf Sie zukommen, und nehmen Sie sich nicht so wichtig. Hauptsache, dass Sie das Evangelium von der Gnade Gottes verkünden“, sprach er ihnen zu.

Langanhaltender Applaus der Gemeinde

An die Predigt schloss sich die Weihe durch Gebet und Handauflegung an. Zum Zeichen ihrer Hingabe an Gott legten sich die Kandidaten nach ihrem Weiheversprechen und während der Allerheiligen-Litanei, die von der Schola der Klarissen gesungen wurde, auf den Boden. Danach legte ihnen zunächst der Bischof und anschließend einige Priester in Stille die Hände auf, bevor sie Stola und Messgewand als Zeichen ihres priesterlichen Amtes erhielten. Anschließend salbte der Bischof ihre Hände und überreichte ihnen Kelch und die Hostienschale. Zum Abschluss der Weihe erwies Genn den beiden Neupriestern den Friedensgruß, die nun erstmals beim Hochgebet am Altar mitwirkten und den Gläubigen am Ende der Feier den Primizsegen spendeten. Sie drückten Fechtenkötter und Schlarmann später zu ihrer Weihe ihre Freude mit lang anhaltendem Applaus aus.

Musikalisch gestalteten einige Sängerinnen und Sänger des Domchors St. Paulus, das Instrumentalensemble der Dommusik sowie Domorganist Thomas Schmitz unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Lauer die Priesterweihe unter anderem mit der „Messe in G“ von Franz Schubert.

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