Hildesheimer Bischof hatte Gläubige um Post gebeten

Bischof Wilmer erhält 1.000 Briefe und Mails auf Schreibaufruf

Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer hat nach eigenen Worten bislang rund 1.000 Mails und Briefe im Rahmen der Aktion „Schreib dem Bischof“ erhalten. Viele hätten sich ihm darin als Seelsorger anvertraut und aus ihren Leben erzählt, sagte er der Hildesheimer „Kirchenzeitung“. Andere berichteten, „dass sie an der Kirche leiden, dass sie auf Veränderungen hoffen, es aber nicht schnell genug weitergeht mit den Reformen“.

Häufig berichteten Gläubige aus dem Bistum über ihre Erfahrungen mit der Kirche aufgrund ihrer konfessionsverschiedenen Ehe, sagte Wilmer. Viele litten bis heute darunter, wie die Kirche damals reagiert habe - etwa dass der evangelisch getaufte Partner gezwungen war, die Kinder katholisch taufen zu lassen.

Problem Kommunionempfang

Auch das geltende Verbot zur Teilnahme an der Kommunion für evangelische Partner in der katholischen Kirche sei immer wieder Thema, erläuterte der Bischof. In den Anschreiben werde er auch aufgefordert, sich für eine offene Diskussion zu den Themen Pflichtzölibat und Frauen in der Kirche einzusetzen.

Auch komme der Missbrauch zur Sprache, berichtete Wilmer. Dabei sei er ermutigt worden, trotz Gegenwind am Thema dran zu bleiben. Der Bischof hatte in den vergangenen Monaten immer wieder eine schonungslose Aufklärung der Missbrauchsfälle gefordert. Zudem kritisierte er einen „Binnen-Zirkel der Kirche“ und „das Männerbündische“, das es aufzubrechen gelte.

Schreib-Aufruf und Dialog-Abende

Wilmer war am 1. September vergangenen Jahres zum 71. Bischof von Hildesheim geweiht worden. Acht Wochen danach hatte er in einem Hirtenbrief die Menschen im Bistum aufgefordert, ihm zu schreiben. Er wolle wissen, was sie bewegt und wie sie sich die Zukunft der Diözese vorstellen. Zudem hatte Wilmer fünf Dialogveranstaltungen angesetzt.