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In Würzburg beginnt heute die Vollversammlung der Bischofskonferenz. Zuvor stellte sich der scheidende Vorsitzende der Presse. Kirche+Leben war dabei.
Mit einer erneuten Warnung vor der AfD und einem Appell zu mehr Einsatz für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit hat sich Bischof Georg Bätzing vor der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz geäußert, die heute in Würzburg beginnt. „Wer die Wahlprogramme der AfD studiert, weiß, was auf uns zukommt, wenn sie ein Regierungsamt in den Ländern in Anspruch nähme“, sagte Bätzing in einem Pressestatement.
Zugleich sprach er sich gegen ein Verbotsverfahren gegen die Partei aus. Vielmehr müssten alle demokratischen Kräfte zeigen, „dass die AfD überflüssig ist, weil sie nur Scheinlösungen anbietet, weil sie nicht in Regierungshandeln eingeübt ist, sondern ins Kritisieren von Regierungshandeln.“ Umso wichtiger sei es auch für kirchliche Gruppen, aktiv zu werden, mit Menschen zu kooperieren, die ähnliche Werte vertreten. „Bleibt nicht im Sessel hocken, sondern steht auf!“, so Bätzing.
Bätzing: Noch ein paar Dinge festzurren
Es ist die letzte Vollversammlung, die Bätzing als Vorsitzender leitet. Bei der jetzigen Vollversammlung der Bischöfe in Würzburg wird sein Nachfolger gewählt, nachdem der Limburger Bischof im Januar angekündigt hatte, nach einer Wahlperiode von sechs Jahren nicht erneut antreten zu wollen.
Gründe nannte Bätzing dabei nicht. Im Interview mit der „Zeit“ hatte er jüngst gleichwohl eingeräumt, er hätte gern noch zwei, drei Jahre weitergemacht, „um ein paar Dinge festzuzurren“. Dabei habe er unter anderem an die Synodalkonferenz gedacht, wie er jetzt in Würzburg erläutert. Er sei jedoch mit sich im Reinen, so Bätzing.
56 Bischöfe wählen neuen Vorsitzenden
Bei der Wahl seines Nachfolgers am morgigen Dienstagvormittag gebe es keinen Wahlkampf, erklärte der Bischof. „Wir wählen kein Profil, wir wählen eine Person.“ Gleichwohl wollten sich die 56 erwarteten Bischöfe „eine Stunde der Vergewisserung gönnen, um die Herausforderungen zu besprechen, die vor uns liegen“.
Wie lang die Wahl dauern wird, vermochte Bätzing nicht abzuschätzen. „Wir wählen so lange, bis es einen Vorsitzenden gibt.“ Für die Wahl des Vorsitzenden ist in den ersten beiden Wahlgängen eine Zweidrittelmehrheit, im Anschluss die einfache Mehrheit von dann 29 Bischöfen notwendig.