Anzeige
Knapp ein Jahr dauerte die Sedisvakanz in dem bayerischen, von einem Finanzskandal gebeutelten Bistum. Wer der Nachfolger von Gregor Maria Hanke ist.
Der Freiburger Weihbischof Christian Würtz wird neuer Bischof von Eichstätt. Die Ernennung durch Papst Leo XIV. teilten der Vatikan und das bayerische Bistum am Dienstag mit. Der 55-Jährige folgt auf Gregor Maria Hanke (72), der die Diözese mehr als 18 Jahre lang leitete und vor gut einem Jahr vorzeitig zurücktrat.
Der neue Eichstätter Bischof wurde 1971 in Karlsruhe geboren. Als Doktor beider Rechte empfing Würtz 2006 in Freiburg die Priesterweihe. 2019 ernannte Papst Franziskus Würtz zum Weihbischof in der Erzdiözese Freiburg. Dort war er als Regens des Priesterseminars Collegium Borromaeum und als Bischofsvikar für die Hochschulen tätig. Sein Wahlspruch sind die Worte „Adveniat regnum tuum“ („Dein Reich komme“) aus dem Vaterunser. Im Ehrenamt war Würtz Aufsichtsratsvorsitzender des Stadtcaritasverbands Freiburg.
Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger gratulierte Würtz „im Namen der Erzdiözese Freiburg sowie persönlich von ganzem Herzen“. Nichtsdestotrotz bekannte er, dass der Weggang des Weihbischofs einen „schmerzlichen Einschnitt“ bedeute.
Hankes vorzeitiger Rücktritt
Gregor Maria Hanke war mit Wirkung zum 8. Juni 2025 auf eigenen Wunsch vorzeitig als Bischof von Eichstätt zurückgetreten. Papst Franziskus nahm sein Rücktrittsgesuch „nunc pro tunc“ an, also mit Wirkung zu einem später festzulegenden Zeitpunkt. Das Bistum leitete anschließend der Eichstätter Dompropst Alfred Rottler als Diözesan-Administrator.
Die Ernennung des neuen Bischofs erfolgte nach dem Bayerischen Konkordat von 1924. Artikel 14 des Staatskirchenvertrags räumt dem Heiligen Stuhl bei der Besetzung der Bischofsämter die „volle Freiheit“ ein. Das Eichstätter Domkapitel erstellte dazu eine Vorschlagsliste mit drei geeigneten Kandidaten. In diese Suche bezog die Übergangsleitung des Bistums eigenen Angaben zufolge mehrere Gremien ein.