200.000 Euro kostet der Umbau des ehemaligen IDP-Gebäudes

Bistum Münster: Flüchtlingsunterkunft kein Prestige-Projekt

Die ersten jungen unbegleiteten Flüchtlinge sind in das ehemalige Gebäude des Instituts für Diakonat und pastorale Dienste (IDP) an der Goldstraße in Münster eingezogen. Pater Manfred Kollig betonte gegenüber Kirche+Leben noch einmal die Bedeutung des Bistums-Projekts. „Wir können als Kirche nicht so tun, als hätte sich die Welt nicht verändert.“ Dem Vorwurf, es handele sich um ein teures Prestige-Projekt, trat er entschieden entgegen.

„Wir müssen Zeichen setzen“, sagte der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im bischöflichen Generalvikariat Münster. „Dabei können uns immer edle oder unedle Motive unterstellt werden.“ Dem Bistum sei aber nicht die Außenwirkung der Kirche wichtig, sondern die Situation der Flüchtlinge. „Verbunden mit der Frage, was wir konkret für sie tun können.“

Großer Bedarf

Die Stadt Münster hatte im Vorfeld des Projekts einen großen Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten für junge, unbegleitete Flüchtlinge signalisiert. Zudem zeigte die an das Gebäude angrenzende Katholische Hochschule Interesse an der Arbeit mit den neuen Bewohnern. Hilfsangebote für die Flüchtlinge sollen dabei auch Praxisfeld für die Studenten sein.

Allein deshalb habe sich die Auswahl des Gebäudes angeboten, sagte Kollig, auch wenn sich die Umbaukosten laut Bischöflicher Pressestelle auf etwa 200.000 Euro belaufen werden. „Diskussionen über die Investitionen sind immer legitim“, sagte Kollig. Er sehe aber kein kirchliches Gebäude in der Stadt Münster, das sich besser für ein solches Angebot geeignet hätte. „Es sind verhältnismäßig geringe Baumaßnahmen – wo wäre es günstiger möglich gewesen?“

Weitere Flüchtlinge kommen

Vertreter des Bistums Münster und des Caritasverbands für die Stadt Münster hatten den Nachbarn das Konzept jetzt vorgestellt. 19 junge Menschen sollen künftig in dem Gebäude wohnen. Nach weiteren Umbaumaßnahmen sollen ab Anfang kommenden Jahres auch zwei Wohnungen für Familien entstehen, die in ihrer Heimat zu religiös verfolgten Minderheiten gehören.

Das Wohnangebot soll eng mit weiteren Caritas-Angeboten für Flüchtlinge in der Stadt Münster vernetzt werden. Integration und Ausbildung stünden dabei im Vordergrund. So ist etwa auch die Zusammenarbeit mit dem Caritas-Jugendausbildungszentrum geplant. Zudem stehen den Bewohnern künftig Sozialpädagogen als Ansprechpartner zur Seite.