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Der Haushaltsentwurf wurde vorgestellt. Die wichtigsten Zahlen, ein Rückblick auf 2025 und mittelfristige Pläne.
Das Bistum Münster kalkuliert für den nordrhein-westfälischen Teil für 2027 mit einem Haushaltsminus von 4,7 Millionen Euro. Das hat Rainer Decker, Leiter Haushaltsmanagement im Generalvikariat, am Freitag, 11. September, in der gemeinsamen Sitzung des Kirchensteuerrats für den NRW-Teil und des Diözesanrats in Münster erläutert. Erträgen von 778,5 Millionen Euro stünden Aufwendungen von 783,2 Millionen Euro gegenüber.
Wichtigste Einnahme bleibt die Kirchensteuer. Der Haushaltsplan für den NRW-Teil veranschlagt 477,4 Millionen Euro. Das sind 61,3 Prozent aller Erträge und laut Generalvikariat jene Summe, mit der das Bistum auch eigene Schwerpunkte setzen kann.
Zentrale Einnahmen und Ausgaben
Weitere Einnahmen sind von vornherein zweckgebunden. Dazu zählen etwa Zuweisungen, die mit 215,8 Millionen Euro im Haushaltsentwurf stehen. Diese Gelder fließen überwiegend vom Land Nordrhein-Westfalen, zum Beispiel für die katholischen Schulen. Die Finanzfachleute betonen, diese würden nicht zu 100 Prozent refinanziert – Baumaßnahmen etwa trage das Bistum.
206,7 Millionen Euro sollen als Zuweisungen an die Pfarreien im NRW-Teil fließen. Die Summe ist Decker zufolge 2027 zwei Prozent höher als 2026. Für Soziales sieht der Haushaltsplan 36,2 Millionen Euro vor; Geld, das überwiegend an die Caritas geht. Für das Personal in katholischen Schulen, darunter Lehrkräfte, in den Pfarreien und der Verwaltung sind 263,4 Millionen Euro vorgesehen.
Decker erläuterte, der Haushaltsplan basiere auf der Kirchensteuerschätzung des Verbands der Diözesen Deutschlands (VDD). Die wirtschaftliche Entwicklung und die Kirchenaustritte blieben Risikofaktoren bei den Kirchensteuereinnahmen.
Der Jahresabschluss 2025
Die haben sich 2025 besser entwickelt, als die Haushälter im Generalvikariat erwartet hatten. 33,5 Millionen Euro mehr Kirchensteuern flossen als im Haushaltsplan des vorigen Jahres angesetzt. Auch die Geldanlagen brachten höhere Erträge wegen der positiven Entwicklung an den Finanzmärkten.
Etwas geringer fielen 2025 die Personalkosten im NRW-Teil aus – unter anderem, weil nicht alle Sollstellen während des Jahres durchgehend besetzt gewesen seien, so Decker. Zudem wurde den Pfarreien faktisch etwas weniger Geld zugewiesen als angesetzt. Ein Grund hierfür war, dass wegen der hohen Baukosten einige Projekte 2025 nicht umgesetzt wurden. Das Geld bleibe aber bewilligt und sei in den Haushalt 2026 übertragen.
Das alles führte dazu, dass der Jahresabschluss 2025 für den NRW-Teil des Bistums Münster ein Plus von 14,08 Millionen Euro ausweist. Geplant worden war noch mit einem Fehlbetrag von 26 Millionen Euro.
Abschluss des Bischöflichen Stuhls
Auch den Jahresabschluss 2025 für den Bischöflichen Stuhl Münster stellte Decker vor. Das Vermögen dieser Körperschaft des öffentlichen Rechts soll klein gehalten werden und keinen „Schattenhaushalt“ bilden. Die Erträge entstammen vor allem aus Grund- und Immobilienvermögen.
1,5 Millionen Euro aus dem Haushalt des Bischöflichen Stuhls flossen 2025 an den VDD, um Zahlungen in Anerkennung des Leids nach sexualisierter Gewalt im Bereich des Bistums Münster zu leisten. Die Höhe der einzelnen Zahlungen an Betroffene wird von einer unabhängigen katholischen Kommission bundesweit zentral festgelegt.